Gibt es Probleme am Staatstheater Nürnberg?

Shownotes

Lene Grösch ist seit der Spielzeit 2025/26 Schauspieldirektorin am Staatstheater Nürnberg. In Lauf aufgewachsen, in Nürnberg das Theater lieben gelernt: Für Lene Grösch ist es eine Rückkehr in die Heimat. Trotzdem lief ihr Einstand als Schauspielchefin in Nürnberg nicht ideal – würden einige Kritikerinnen und Kritiker behaupten. In den „Nürnberger Nachrichten“ wurde bereits von einem misslungenen Auftakt geschrieben. Seit der Premiere von „Kleiner Mann, was nun?“ ist das anders, doch im Podcast „Bratwurst mit Chili“ spricht Grösch darüber, wie man mit Kritik und Verrissen umgeht. Gemeinsam mit NN-Chefredakteur Michael Husarek und Audio-Redakteur Lukas G. Schlapp spricht sie über Trash-TV, ihre kriminelle Theater-Vergangenheit und darüber, was der Unterschied zwischen Regie und Dramaturgie ist. Außerdem spricht Grösch in der 69. Podcastfolge über das Opern-Interim und was der Umzug der Opern-Kolleginnen und -Kollegen weg vom Richard-Wagner-Platz für das Schauspiel bedeuten könnte.


Artikel: Nürnbergs neue Schauspielchefin Lene Grösch legt los – nn.de/1.14856018


Bratwurst mit Chili Folge 69: Gibt es Probleme am Staatstheater Nürnberg? Lene Grösch, Schauspieldirektorin am Staatstheater Nürnberg im Gespräch Lene Grösch, Schauspiel-Direktorin am Staatstheater Nürnberg Michael Husarek, NN-Chefredakteur Lukas G. Schlapp, Audio- und Podcast-Redakteur beim Verlag Nürnberger Presse


Ihr habt ein Aufregerthema für die nächste Woche? Schreibt einfach eine Mail an Lukas: lukas.schlapp@vnp.de

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00:00:00: Michael, wie war dein Wochenende?

00:00:02: Ich wusste, wen wir heute hier im Podcast erwarten.

00:00:05: Deswegen ging ich brav in die Oper und hab mir eine Opernprämie angesehen am Samstagabend, die tatsächlich unterhaltsam war.

00:00:13: Ich bin Opernlei, deswegen kann ich das nur in solchen Kategorien einordnen.

00:00:17: Welche Oper war's?

00:00:18: Tor an dort.

00:00:20: Okay.

00:00:21: Und Chini.

00:00:22: Also sehr.

00:00:22: Ein paar Gassenhauer dabei.

00:00:25: Kann man sich reinziehen, kannst du die auch reinziehen?

00:00:27: Und ein Plot, der so einigermaßen verständlich ist, finde ich auch immer für mich als Opernleier.

00:00:32: Ich sage das nochmal, man muss ja die Story kapieren.

00:00:34: Also natürlich kann man sich alles anlesen, aber die Regie-Story auch und die war so einigermaßen verständlich.

00:00:40: Deswegen ging ich da beschwingt nach Hause und der Rest des Wochenendes war den Schnee genießen.

00:00:45: Kannst du dich noch erinnern, was ich dir letzte Woche gesagt habe, was ich machen werde?

00:00:49: Außer, dass du Schlitten fahren warst und ... Kein Klubspiel.

00:00:54: anschaust, was ihr das getan hast am letzten Wochenende.

00:00:57: Du wolltest nach Regensburg?

00:00:58: Ich wollte

00:00:58: nach Regensburg.

00:00:59: Ich war in Regensburg.

00:00:59: Ich bin leider nicht da in einem Tipp gefolgt und bin nicht ins Haus der bayerischen Geschichte gegangen.

00:01:04: Aber ich hatte im Freitag noch dieses Dinner in the dark.

00:01:06: Okay, ja, stimmt ja.

00:01:07: Und da bist du im Kopf irgendwo dagegen.

00:01:09: Nein, aber es war eine wirklich wilde Erfahrung, weil so Dunkelheit über, ich glaube, es waren mehr als zweieinhalb Stunden, wo wir dort waren und gegessen haben, eine sehr wilde Erfahrung.

00:01:18: Und jetzt kann ich auch sagen, wie die Kellnerinnen und Kellner dort sich zurechtfinden.

00:01:22: Hast du eine Idee?

00:01:24: Wir haben Infrarotbrillen.

00:01:25: Nachtsichtgeräte.

00:01:26: Okay, genau.

00:01:28: Und wie sahst du aus hinterher?

00:01:30: Ja, es hat geklappt, obwohl da eigentlich auch Sachen gewesen wären, die das Auto hätten versauen können.

00:01:35: Das hat funktioniert.

00:01:37: Man ist auf jeden Fall sehr anders im Dunkeln, kann ich sagen.

00:01:41: Michael, wir sind heute nicht zu zweit, sondern wir haben eine Gästin.

00:01:44: Wir haben Lene Grösch hier.

00:01:47: Sie ist seit der Spielzeit, im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig, die Schauspieldirektorin am Staatsherter Nürnberg.

00:01:54: Schön, dass du heute da bist.

00:01:56: Wir haben gesagt, wir duzen uns.

00:01:58: Ja, vielen Dank.

00:01:58: Ich freue mich sehr.

00:02:00: Ich habe eine Einstiegsfrage, die würde ich euch beinstellen.

00:02:02: Aber zuerst dir.

00:02:03: Schaus zu TrashTV.

00:02:07: Ich hatte mal eine Phase.

00:02:08: Gerade komme ich nicht dazu.

00:02:10: Aber als Studentin, ja, durchaus.

00:02:16: Und kannst du dich da an einen Format erinnern, dass du besonders mochtest?

00:02:19: Ach, ich hab mich schon immer wieder mit Freunden verabredet, um Germany's Next Top Model zu gucken.

00:02:24: Natürlich total ironisch und total reflektiert, klar.

00:02:28: Aber diese ganzen Vorgänge, also Trash TV, ist ja auch extrem theatral in der Art und Weise, wie was aufgebaut wird, wie Konflikte geschürt werden, eben auch redaktionell von außen.

00:02:40: Also von daher ist das immer wieder eine spannende Erfahrung.

00:02:43: Sollte ich vielleicht mal wieder tun?

00:02:46: Michael, du?

00:02:47: Tatsächlich selten, wenn dann kioserweise in Österreich, wo ich relativ oft bin und da, ich trage es mich kaum sagen, weil du wahrscheinlich sagst, es ist kein Tresti, wie ich finde schon, die österreichische Staffel von Bauer sucht Frau, sensationell.

00:03:01: Warum?

00:03:02: Was macht das aus?

00:03:03: Das macht... Da ist alles drin, was man sich nicht wünscht.

00:03:06: Also die verstehen sich teilweise nicht aufgrund der unterschiedlichen Dialektförwungen, was aber nichts zur Sache tut, weil es ohnehin keine Relevanz hat, ob die sich verstehen.

00:03:14: Und ich frage mich immer, ist es wirklich nicht inszeniert, wie behauptet wird oder ist es super durchkoreografiert?

00:03:20: Also meine These ist, auf deutschen Bühnen würde das funktionieren.

00:03:24: Das ist quasi Schweigbub in einer Endlos-Vorsetzung.

00:03:29: Ich meine, wenn das jemand erkennen müsste, ob das inszeniert ist oder nicht, und geschauspielte ist, dann müsste es ja eine Schauspieldirektorin sein.

00:03:36: Was wäre denn dein Gass?

00:03:38: Kennst du Bauersucht, Frau?

00:03:40: Ich hab davon gehört.

00:03:41: Ich hab's, glaube ich, noch nie gesehen.

00:03:44: Aber da gibt's auch eine deutsche Variante, oder?

00:03:45: Jetzt

00:03:45: auch eine deutsche,

00:03:46: ja.

00:03:48: Ich glaube, die Allermeisten dieser Formate sind eine absolute Mischform.

00:03:53: trauen auch Menschen, glaube ich, zu wenig zu und denken immer, so kann noch kein Mensch agieren.

00:03:58: Da gibt es, glaube ich, sehr viele, die genau so agieren.

00:04:01: Also man muss da gar nicht alles skripten, damit das am Ende dabei rumkommt.

00:04:06: Aber ich glaube, die Art und Weise, wie da natürlich auch ein Schnitt funktioniert, wie natürlich irgendwie Teilnehmenden von solchen Formaten Dinge vorgegeben werden oder Gerüchte lossiert werden, um eben Konflikte anzuschieben.

00:04:18: Also da ist sehr, sehr viel von außen choreografiert.

00:04:22: definitiv.

00:04:23: Aber innerhalb dessen ist es schon Improvisationen von den Teilnehmenden.

00:04:28: Das glaube ich schon.

00:04:29: Wir könnten das mal machen.

00:04:30: Eine fränkische Staffel von Bauersuchtfrau.

00:04:32: Ich glaube, da gäbe es im Videoteam einige Fans, die das gerne umsetzen würden.

00:04:37: Ich bin auch dabei.

00:04:38: Also

00:04:38: Knoblauch dran, Allmicht

00:04:40: oder so.

00:04:41: Tatsächlich in dieser Österreich-Staffel ist eine, die kennt ihr ja wahrscheinlich nicht mehr, ihr seid zu jung.

00:04:45: Arabella Kiesbauer ist die Moderatorin, die war mal eine bekanntere Moderatorin vor vielen, wahrscheinlich Jahrzehnten.

00:04:52: Und den Part könnte ich übernehmen.

00:04:55: Ich kenne sie noch.

00:04:57: Ich bin gar

00:04:58: nicht mehr so jung.

00:05:01: Lene, was du mal bei einem Dinner-Endedark, ich hab nämlich eine Assoziation gehabt, aber die fahrt ich danach.

00:05:08: Nee, war ich nicht.

00:05:10: Ich war mal kurz davor, bei einem Berlin-Trip mit meinem Sohn, wo wir das überlegt haben, dann haben wir uns doch für was anderes entschieden.

00:05:17: Ich war nämlich mal ... In der elften, zwölften Klasse hatte ich mal Theater gespielt bei uns an der Schule, und dann hatten wir so einen Workshop im Schauspiel Nürnberg, und da ... Wir haben so ein Stück von Shakespeare gespielt, wo man den Namen nicht sagen darf, glaube ich, im Theaterkontext.

00:05:33: Und da war eine der Übungen, dass wir dann in einen Raum gegangen sind.

00:05:36: Es wurde komplett abgedunkelt und dann sollte man so dieses Gefühl von Verfolgtheit und Fliehen und so was nachspielen.

00:05:43: Also die Möglichkeiten gibt es bei euch, dass man Räume komplett dunkel machen kann.

00:05:48: Unsere Probebühnen sind grundsätzlich erst mal abgedunkelt.

00:05:53: Wenn man da morgens um zehn auf eine Probe geht und dann verlässt man die Probebühne wieder um vierzehn Uhr, schon das Gefühl von ein bisschen Zeitlosigkeit gibt, weil man eben nicht weiß, was außen gerade von Wetter ist.

00:06:04: Das ist gleichzeitig natürlich gut für eine Konzentration und für ein Fokus und auf der anderen Seite aber manchmal auch ein bisschen anstrengend.

00:06:12: Gut, dann reden wir gleich weiter über deinen Einstieg hier in Nürnberg als Schauspieldirektorin, aber davor einmal der Dschingel.

00:06:31: Was macht ein gutes Stück aus?

00:06:36: Ein gutes Stück?

00:06:38: Für mich berührt mich emotional und intellektuell.

00:06:43: Ich finde, die besten Theaterabende sind die, die mich einfach noch lange Zeit beschäftigen.

00:06:49: Also, wo ich nicht aus dem Theater rausgehe und dann ist am nächsten Tag passiert wieder was anderes und es ist aus dem Hirn raus, sondern wenn ich merke, dass ein Stück in mir nacharbeitet, dass ich vielleicht auch nach zwei oder drei Wochen was anderes denke, als ich in dem Moment des Schauens erlebt habe, dann wird es für mich interessant.

00:07:08: Dann habe ich das Gefühl, ich habe da gute Impulse bekommen.

00:07:12: Anregungen zum Denken.

00:07:14: Aber Emotionalität spielt eine große Rolle.

00:07:17: Also, ein toller Theaterabend kann auch bedeuten, dass ich mich wahnsinnig aufrege und aus dem Theater gehe und darüber Austausch stattfindet.

00:07:25: Das ist auch ein Teil der Inszenierung für mich.

00:07:29: Michael, hast du da irgendwas hinzuzufügen als regelmäßiger

00:07:34: Zuschauer?

00:07:35: Ich bin ja, ich bringe ja die Line-Perspektive hier ein.

00:07:38: Ich find die Antwort klug, weil damit kann man ja auch ... was Lene bestimmt nicht vorhat, aber könnte man auch Misserfolge schönreden, weil die ja nicht auch beschäftigen, wenn man rausgeht.

00:07:48: Für mich ein bisschen was würde ich so teilen, sehe ich schon auch so, das muss mich bewegen.

00:07:54: Ich mag mich dann auch anschließend tatsächlich immer austauschen, wenn ich im Theater war und darüber reden, da habe ich einen großen Bedarf.

00:08:01: Was ich ziemlich bescheuert finde, ist, wenn ich es überhaupt nicht verstehe.

00:08:07: Da kann man jetzt sagen, liegt da meiner Dummheit, aber ist so ein halbgutes Argument, finde ich, weil wenn ich es überhaupt nicht kapier, was die mir gerade zeigen wollten, die auf der Bühne meine ich jetzt und die Regie führen und was auch immer, es dafür Reuen gibt, danke ich enttäuscht raus und dann bin ich veralgert.

00:08:24: Ist das die größte Kritik, die es geben kann, wenn jemand sagt, ich habe wirklich gar nichts verstanden?

00:08:30: Ich glaube, es gibt zwei Varianten von nicht verstehen.

00:08:33: Das eine ist das, was du gerade beschreibst, nämlich dass man wirklich denkt, der Abend, also ich kann dann irgendwo andocken, ich finde überhaupt keinen Zugang und deswegen verstehe ich das nicht und deswegen bin ich verärgert.

00:08:45: Das finde ich super nachvollziehbar.

00:08:47: Das geht mir auch manchmal so.

00:08:49: Es gibt aber auch noch eine andere Form von nicht verstehen, die bedeutet, ich sehe da was.

00:08:55: Ich finde das faszinierend, ich komme da nicht dahinter.

00:08:59: eine Form von, ich verstehe diesen Abend nicht, aber er löst eben was in mir aus, was total interessant ist und was eben auch Dinge über die ich dann nachdenke oder im Nachhinein nochmal denke, wo vielleicht beschäftige ich mich irgendwie mit diesem Thema oder mit irgendeiner Perspektive.

00:09:18: Das ist eine Form von nicht verstehen, die ich total gerne mag, also persönlich als Zuschauerin, wenn ich das erlebe, weil es ist ja auch manchmal ein Kritikpunkt, wenn man denkt, Dinge werden auf der Bühne viel zu offen.

00:09:29: ausgesprochen oder es sind so klare Statements, dass man denkt, okay, aber wo ist jetzt meine, die eigene Aufforderung auch an Publikum mitzudenken, eine eigene Haltung dazu zu entwickeln.

00:09:40: Also das kann so in beide Richtungen kippen.

00:09:42: Deswegen ist so ein Nicht-Verstehen, da frage ich immer gerne nach sozusagen, was es genau ist.

00:09:49: Aber dein zweites Nicht-Verstehen, das kenne ich auch, das finde ich ja einen spannenden Moment.

00:09:54: Da würde ich mir ja tatsächlich wünschen.

00:09:55: Ich mache gleich meine Anregung hier.

00:09:57: Ich würde gerne dann nach dem Theater mit euch darüber quatschen.

00:10:03: Wenn ich dieses nicht verstehen, das Positive, das mich beschäftigt, da lese ich dann irgendwie diese Häftchen, die es immer noch gibt, immer noch in gedruckter Form.

00:10:11: Danke dafür für mich sehr schön.

00:10:14: Nehmen die mit und les die durch, bin dann auch hinterher ein Ticken schlauer, dann bin ich irgendwie erschöpft und gehe ins Bett, tausche mich aus vorher mit meiner Frau, die das genauso beschäftigt.

00:10:24: Und ich würde mir echt immer das Angebot wünschen, wahrscheinlich gibt es das und ich gehe einfach nicht hin, sich mit den Leuten des Theaters Danach, darüber auszutauschen, ich weiß, ihr macht das vorher, da gibt es so diese Intros über Stücke, gibt es in der Oper auch, aber ich würde echt gern hinterher mich dann nochmal... Austauschen, aber bin ich wahrscheinlich der Einzige, der das wollen würde.

00:10:42: Du bist sehr herzlich eingeladen zu unseren Nachgesprächen, die wir mehrmals im Monat machen.

00:10:47: Und wir haben wirklich ein ganz schönes Format, das heißt Kucklub.

00:10:50: Das ist kein klassisches Nachgespräch, wo ja auch immer Teile des Ossommels mit dabei sind und wo man miteinander in Austausch kommt, sondern das ist eine Austauschrunde zwischen einzelnen Zuschauerinnen.

00:11:00: Das heißt, man findet sich zusammen, das moderiert immer jemand von uns aus der Theaterleitung.

00:11:05: Also wir sind dabei, aber es geht überhaupt nicht darum, dann frei an uns zu stellen als Theaterschaffende, die wir beantworten, sondern es geht wirklich darum, dass das Publikum sich austauscht und teilt, wie sie den Abend empfunden haben, was da angekommen ist.

00:11:21: Und das ist... Das sind ganz spannende Gesprächsrunden, weil das wirklich sehr divers ist oder weil dann eine Person was sagt und die andere sagt, habe ich ganz anders gesehen, habe ich ganz anders empfunden.

00:11:34: Und das aber nicht so ein, es ist eben kein Frage Antwort, Austausch, sondern ein Echter untereinander.

00:11:42: Also mag ich sehr.

00:11:44: Wir wollen dich ja auch als Person kennenlernen.

00:11:47: Deshalb vielleicht die Frage, du bist ja nach Nürnberg zurückgekehrt.

00:11:50: Magst du vielleicht von deinen Theateranfänger erzählen?

00:11:52: Also was war dieser Moment, wo du gemerkt hast, das Theater ist was, was sich fasziniert?

00:11:57: Und wie hat sich das dann in Nürnberg auch am Staatstheater fortgeschrieben?

00:12:02: Also ich bin in Nürnberg geboren und in Lauf aufgewachsen.

00:12:04: Das heißt, das Staatstheater, damals noch nicht Staatstheater, war mein Heimattheater und

00:12:10: ich bin... Du hattest Schulplatzmiete.

00:12:11: Ich hatte Schulplatzmiete definitiv und habe, glaube ich, ab, ich würde sagen, zwölf, dreizehn, habe ich angefangen, sehr regelmäßig Theater zu gucken, meine Eltern davon zu überzeugen, dass sie ein Abo kaufen, also auch für meine Eltern, nicht nur für mich.

00:12:28: Und ich glaube, das Faszinierende war für mich immer, und das ist, glaube ich, für ein Großteil unseres Publikums auch, ist dieser wahnsinnige Livemoment.

00:12:38: Also, dass man in dem Moment, was miteinander teilt, dass nicht jede Aufführung gleich ist.

00:12:45: Ich habe Inszenierungen zehn, fünfzehn Mal geguckt.

00:12:48: Also, ich war da wirklich ein bisschen wahnsinnig unterwegs als Jugendliche.

00:12:52: Und da den Unterschied zu spüren, was für eine Dynamik eine Inszenierung an einem Abend haben kann und eine Woche später fühlt sich das anders an oder es passieren Dinge, die irgendwie nicht geplant sind.

00:13:03: Also, ich glaube, dieser Livemoment war das, was mich an diesem Mediumtheater erst mal interessiert hat und was so ein Irren zog auf mich hatte.

00:13:14: Und dann habe ich einfach alles mitgenommen, was so ging und war Statistin und war im Jugendclub und in der Schulplatzmiete und bei allen öffentlichen Proben, auf die man gehen konnte.

00:13:22: Und eben diese Leidenschaft fürs Theater ist einfach immer mehr gewachsen.

00:13:27: Und als ich dann gehört habe, es gibt diesen Beruf Dramaturgie, von dem ja auch ganz viele Menschen gar nichts wissen und was irgendwie so ein bisschen nebulös klingt immer.

00:13:38: von diesem Beruf erfahren habe, ich würde sagen mit fünfzehn, mit sechzehn, stand für mich relativ schnell fest, dass ich genau das werden möchte.

00:13:45: Kannst du vielleicht für unsere Zuhörerinnen und für mich, ich nehme immer die Zuhörerinnen als Alibi, ganz kurz den Unterschied zwischen Regie und Dramaturgie erklären?

00:13:57: In der Dramaturgie, das ist das Team, die sich gemeinsam den Spielplan ausdenken.

00:14:02: Das heißt, da geht es erstmal um eine künstlerische Vision, die man entwickelt, letzten Endes um das Korratieren oder um das Programmieren von dem, was überhaupt bei uns im Theater stattfindet.

00:14:12: Und dann überlegen wir uns, mit welchen Regisseurinnen wollen wir gerne zusammenarbeiten, mit welchen Schauspielerinnen wollen wir gerne zusammenarbeiten.

00:14:19: Also das ist sowas wie das künstlerische Management von so einem Haus.

00:14:25: Daneben gibt es noch eine Funktion, das heißt Produktionsdramaturgie.

00:14:29: Das heißt, jede Produktion wird begleitet von jemanden bei uns aus der Dramaturgie und wir sind sowas wie die ersten Zuschauerinnen.

00:14:38: Das heißt, wir gehen zwei oder dreimal pro Woche auf die Probe.

00:14:42: und beschreiben das, was wir sehen und stellen Fragen und geben Feedback.

00:14:48: Und sind natürlich auch in der Vorbereitung in einem engen Austausch mit den Regie-Teams über eine Konzeptentwicklung, über die Schottenbühnenbild aus, was gibt es für eine Strichfassung, welche Übersetzung verwenden wir, also all diese vorbereitende Arbeit, wir machen das Programmheft und wir machen natürlich auch ganz viel kommunikativ eben Nachgespräche, Einführungen.

00:15:11: Austausch mit Publikum.

00:15:12: Also das sind so ganz grob die Aufgaben.

00:15:16: Du bist eine untypische Schauspielchef in Nürnberg.

00:15:19: War deine Vorgänger ja jeweils Regie geführt?

00:15:22: In Nürnberg ist das untypisch.

00:15:24: Ja, es ist aber nicht unbedingt so außergewöhnlich.

00:15:28: Also es gibt sehr viele Intendantinnen und Schauspieldirektorinnen, die auch aus der Dramaturgie kommen.

00:15:33: Also weniger als aus der Regie, das stimmt.

00:15:36: Und in Nürnberg ist es das erste Mal so, ist aber jetzt auch nicht so außergewöhnlich.

00:15:42: Wann hast du für dich die Entscheidung getroffen, welche dieser Rollen, die es im Theater gibt, die am besten zu dir passt?

00:15:49: Ich kann mir vorstellen, mit fünfzehn, sechszehn, siebzehn weiß man das noch nicht genau, dann studiert man das vielleicht auch noch nicht genau.

00:15:54: Wann kommt dann diese Entscheidung, dass man wirklich sagt, das eine passt besser zu mir als das andere?

00:15:58: Naja, ich hab als Jugendliche viel gespielt.

00:16:01: Ich hab auch in der Bluebox, als die noch auf dem Vorplatz stand, fünfzig Vorstellungen von Creeps gespielt.

00:16:07: Das heißt, da wäre ... Eigentlich wäre es nahegelegen, sich zu wünschen, dass man Schauspielerin wird.

00:16:13: Ich habe aber sehr schnell gespürt, dass das nicht das ist, womit ich mich mein Leben lang beschäftigen will und dass das auch nicht unbedingt meine Stärke ist.

00:16:20: Das heißt doch, es war eben schon ein bisschen so.

00:16:22: Mit Sechzehn, würde ich sagen, wusste ich.

00:16:25: Mit ZIPZern definitiv, dass ich in diese Richtung Dramaturgie gehen möchte, habe dann erst mal Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie studiert und dann aber auch Dramaturgie an der Hochschule in Leipzig.

00:16:40: Das heißt, spätestens da war es glasklar.

00:16:44: Noch in Nürnberg wird dir noch eine kriminelle Vergangenheit zugeschrieben.

00:16:48: Magst du die Anekdote erzählen?

00:16:50: Jetzt bin ich auch neugierig.

00:16:51: Ah, ich

00:16:52: musste kurz

00:16:53: nachdenken.

00:16:55: Ich glaube, es geht um illegale Tonaufnahmen, wenn

00:16:57: du das sagst.

00:16:59: Na ja, also ich habe eben einzelne Inszenierungen zehn bis fünfzehnmal geguckt und dann habe ich vielleicht bei der siebten oder beim achten Mal ein Tonband ein Aufnahmegerät mitlaufen lassen und hatte dann qualitativ sehr schlechte Aufnahmen von ganzen Inszenierungen und habe mir die dann wie so wie so wie man Hörspiele hört.

00:17:19: die angehört.

00:17:20: Das heißt, ich kann da noch relativ viele Texte auswendig.

00:17:25: Ich rechtfertige das damit, dass ich ja ... da zehnmal in den Stücken drin war und das vielleicht dann mein Benefit noch war.

00:17:34: Es ist verheert, hoffe ich.

00:17:35: Es ist schön so.

00:17:36: So ähnlich würden meine Kinder argumentieren, wenn sie Böller in Nachbarsgatten schmeißen.

00:17:40: Sie sagen, wenn man es fünfmal tut, ist das okay.

00:17:42: Es ist spannend.

00:17:44: Also das ist eine interessante Logik.

00:17:47: Aber du hast ja, also zu deiner Ehrenrettung, du hast kein Geschäftsmodell draus gemacht.

00:17:50: Du hast diese Tonaufnahme nicht verhökert auf dem nicht vorhandenen Schwarzmarkt.

00:17:54: Definitiv

00:17:55: nicht.

00:17:55: Ich weiß auch nicht, ob es dafür einen Markt geben würde.

00:18:02: Man könnte jetzt diese Erzählung machen, in Nürnberg das Theater kennengelernt da groß geworden und dann gab's immer schon den Traum dort, Schauspieldirektorin zu sein.

00:18:10: Ich kann mir vorstellen, dass die Welt nicht so einfach ist und vor allem so dieses Theater-Business, wo ja viel auch auf Zufällen irgendwie passiert, dass man das gar nicht so planen kann.

00:18:19: Aber gab's immer wieder diese Momente, wo du dir dachtest, jetzt würde ich gerne wieder nach Nürnberg kommen, aus vielleicht ... künstlerischen Gründen, aber auch familiär.

00:18:30: Hast du auf die Chance auch gewartet oder war es jetzt am Ende doch nur Zufall?

00:18:37: Ich glaube, im Theaterleben genau zu planen, in welche Stadt man möchte, ist was, was man nicht tun sollte, weil ... Also tatsächlich, da muss schon sehr viel Unwahrscheinliches zusammenkommen.

00:18:51: Das heißt, es ist eher nachdenken oder war eher nachdenken bei mir in den letzten Jahren über diese Form von Verantwortung.

00:18:58: Also ich war jetzt zur letzten Chefdramaturgin in Heidelberg und ich war da zwölf Jahre, also eine sehr, sehr lange Zeit auch für so eine Theaterkarriere.

00:19:09: Das heißt, Kontinuität ist was, was für mich enorm wichtig ist.

00:19:13: Und gleichzeitig ist natürlich in diesen zwölf Jahren in denen ich eben auch immer mehr Verantwortung an diesem Haus bekommen habe, schon der Wunsch gewachsen, da eben noch einen Schritt weiter zu gehen und noch mehr in eine Verantwortung zu gehen für die künstlerische Gestaltung von einem Haus.

00:19:32: So, und da gab es auch in den letzten Jahren immer wieder Gespräche, die ich dann aber doch nicht weiter verfolgt habe, weil es sich in dem Moment nicht richtig angefühlt hat.

00:19:42: Und dann war es tatsächlich einfach ein sehr, sehr großer Glücksfall, dass ich das Gefühl hatte, das ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für mich, für meine Familie, für alles zu wechseln, diesen Schritt zu gehen und gleichzeitig diese Position hier freigewonnen ist.

00:19:57: Das ist extrem, außergewöhnlich und ist ein sehr großes Privileg.

00:20:06: Du bist jetzt seit dieser Spielzeit da.

00:20:08: Ich hab mich jetzt als Theaterlei gefragt, wie viel Einfluss kann man dann eigentlich auf so eine Spielzeit nehmen?

00:20:12: Also wie früh ist man dann da in der Kombination, dass jetzt wirklich, wenn man hier beginnt, auf diese Spielzeit auch noch wirklich Einfluss haben kann?

00:20:18: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:20:19: Wie kann ich mir von so einem großen Haus erstmal alle Leute wieder kennenlernen?

00:20:23: Man muss ja die neuen Abläufe kennen.

00:20:27: Wie schafft man das da schnell auch Impulse zu setzen, die was verändern?

00:20:31: Meine Arbeit hat ja weit vorher angefangen vor meinem offiziellen Start im September.

00:20:37: Das heißt, ich hatte ungefähr ein Jahr Vorbereitungszeiten, ein gutes Jahr.

00:20:41: Das ist sportlich und das ist sehr knapp, weil unsere Vorlaufzeiten normalerweise schon längere sind.

00:20:49: Aber natürlich ist alles, was bei uns jetzt stattfindet und was geplant ist an Produktionen, ist von mir und meinem Team geplant.

00:20:57: Also wir haben jetzt keine Produktionen, die geplant waren.

00:21:01: geerbt von Jan Philipp Kloger und seinem Team, sondern das ist tatsächlich unser Spielplan definitiv.

00:21:07: Aber natürlich, es ist ein großes Ankommen hier, es ist ein großes Menschen kennenlernen, Menschen wieder neu kennenlernen.

00:21:16: Das ist natürlich ein Prozess, in dem wir auch immer noch sind.

00:21:18: Und was du ja jetzt kamst, du ja in dieser Stadt an, also um die konkrete Spielzeit vielleicht auch aufzugreifen und Ich sage mal, es formulieren hast du mal drei bis vier Tiefschläge in der öffentlichen Wahrnehmung erst mal hinnehmen müssen.

00:21:33: Das war ja eigentlich schön.

00:21:34: Ich nahm so eine Sorge in der Stadtgesellschaft.

00:21:37: Hoffentlich geht es gut mit der Lene, die jetzt da neu ist.

00:21:41: Und ich war dann zufälligerweise bei der Premiere von Kleiner Wand, was nun.

00:21:46: Und da war ja wirklich eine spürbare Erleichterung, die durch dieses Theater sich zog von Tatsächlich finde ich vom Staatsintentanten bis zum ganz normalen Besucher Alevan Happy und zeugte auch von der Verbindung der Stadt mit diesem Theater.

00:22:01: Hast du, als du da kramst?

00:22:03: irgendwie die Kritiken nicht ganz so euphorisch waren und das ist, sagen wir vorsichtig formuliert, manche waren ziemlich vernichtend.

00:22:09: Hast du dich wie ein Fußballtrainer gefühlt, der ein Feldstart hinlegt und die müssen dann schon eher mit der Entlassung rechnen, ist jetzt bei der Schauspieldirektorin eher unwahrscheinlich.

00:22:18: Ja, wie waren die Gefühlen nach diesem, ich sage mal, missglückten Start in der öffentlichen Wahrnehmung?

00:22:23: Ja, in der öffentlichen Wahrnehmung.

00:22:25: Das ist ja ein großes Thema, ne?

00:22:26: Ich würde ja sagen, ich sage jetzt mit einem Lachen im Gesicht, den N, er hat das ja schon ein bisschen befeuert.

00:22:33: Wir hatten auch ganz andere Kritiken und auch jetzt sozusagen mit einem Blick auf die letzten drei Monate, also von September bis Dezember, was Auslastungszahlen betrifft, waren das sehr glückliche drei Monate und haben wir eine sehr, sehr gute Auslastung.

00:22:50: Das heißt, das ist auch, Das ist eine Gegenöffentlichkeit oder ein anderes Bild, was ich hier mal irgendwie einmal sagen möchte.

00:22:57: Und es gibt tatsächlich sehr viele Inszenierungen, die sich viel, viel besser verkaufen oder die viel besser ankommen, als es überhaupt geplant war.

00:23:06: Wir haben eine Uraufführung in vier und siebzig Minuten.

00:23:08: Unter anderem dafür haben wir einen ziemlichen Verriss kassiert von der NN.

00:23:13: Das ist eine Inszenierung, die ist nahezu immer ausverkauft.

00:23:16: Wir haben da sehr, sehr tolle Nachgespräche.

00:23:18: Uns wurde schon vorgeworfen, dass wir Szenen gestrichen haben.

00:23:22: weil die Menschen, die eigentlich auch noch sehen wollten.

00:23:25: Also es gibt da unterschiedliche Meinungen dazu und die muss man glaube ich ernst nehmen und da ist eben auch der Austausch wichtig und das meine ich mit.

00:23:36: Wir machen da gerade gemeinsam einen Lernprozess, sowohl Hausintern, wo wir uns alle kennenlernen, wo wir gemeinsam irgendwie eine künstlerische Identität entwickeln müssen und das müssen wir sozusagen auch investieren um eine Beziehung zu unserem Publikum.

00:23:51: bekommen.

00:23:51: Also ich freue mich über alle Zuschauerinnen, die mich im Foyer sehen und mich einfach unbekannterweise ansprechen und wir gemeinsam miteinander ins Gespräch kommen.

00:24:02: Und ja, manchmal fühlt man sich natürlich wie eine Fußballtrennerin absolut.

00:24:08: Das ist aber eine Drucksituation, mit der muss ich umgehen und daraus kann ich glaube ich nur lernen und das können wir auch nur in unserem künstlerischen Team mitnehmen und als Erfahrung werten.

00:24:23: Und manchmal eben aber auch sagen, halt, nein, Moment, ich habe da eine andere Meinung als Bernd Noack.

00:24:32: Klar, ich meine, das ist bei uns ja auch so, bei uns haben Leser auch manchmal eine andere Meinung als wir, wenn es um Beiträge geht, die tun die uns kund und dann gibt es einen Dialog, also der ist sehr wertvoll und wichtig.

00:24:42: Das verstehe ich, aber du transportierst jetzt dich hier als eine äußerst gelassene Person.

00:24:47: Wunder aufs Herz.

00:24:49: Also bist du so cool, dass du jetzt auch nochmal mit drei, vier solchen verrissen, ob berechtigt oder nicht, ganz ganz locker weitergearbeitet hättest.

00:24:58: oder war es für dich nicht auch eine Erleichterung dieser, dieser Premierenabend kleiner Mann, was nun die Reaktion des Publikums, die ja dann doch auch nach meiner Wahrnehmung schon euphorischer war als vielleicht bei anderen Dingen und dann vor allem die öffentliche Besprechung, also die Rezension.

00:25:14: Also das war ja anders.

00:25:15: Also hatte ich das Anders gefragt, nicht gefreut oder vielleicht doch?

00:25:20: Natürlich ist das immer grandios, wenn man einen Prämierendabend hat, wo Standing Owations gibt und wo es irgendwie so eine breite Zustimmung gibt oder Menschen wirklich rausgehen und glücklich sind, weil sie da was gesehen haben, was sie wirklich bewegt hat und was irgendwie künstlerisch einfach toll ist.

00:25:36: Wir hatten aber auch mit Bumbry davor eine Premiere.

00:25:39: Das ist auch eine Produktion, die immer ausverkauft ist.

00:25:43: Also ich glaube, ich würde das einfach anders kategorisieren.

00:25:47: Und natürlich gehe ich nicht durch erste Wochen und bin super entspannt und denke, es ist mir auch völlig egal, was irgendjemand schreibt oder was irgendjemand sagt.

00:25:56: Also das ist ja Quatsch.

00:25:58: Natürlich hat das auch was mit mir gemacht und habe ich mich auch tatsächlich über ein paar Kritiken geärgert, nicht weil Kritik geübt wurde, sondern weil das manchmal gegen Schauspielerinnen ging, was mir wirklich weh getan hat und was ich als sehr verletzend empfunden habe und was mich sehr beschäftigt hat.

00:26:18: So, wo ich denke, zu mir kann man so hart sein oder zu einem Regie-Team oder zu einer künstlerischen Ausrichtung, wenn es gegen Ensemble geht, dann finde ich das hochproblematisch.

00:26:27: Also das sind Dinge, die mich dann auch emotional total beschäftigen.

00:26:31: Also ja, das hat was mit mir gemacht.

00:26:33: auf der einen Seite und auf der anderen Seite glaube ich aber absolut an den Faktor Zeit.

00:26:39: Ich glaube, man lernt sich nicht kennen in der ersten, der zweiten, der dritten Arbeit.

00:26:43: Das heißt, ich glaube, es wird interessant, wenn wir am Ende von der ersten Spielzeit drüber reden.

00:26:49: Wie lässt sich denn jetzt diese Bandbreitern, Inszenierungen, die wir erlebt haben und die wir sehen konnten, wie lässt sich das greifen oder wie wird da irgendwie greifbar und spürbar, was wir wollen oder was unsere Vision ist?

00:27:05: Da sind wir vielleicht manchmal ein bisschen zuvorschnell auch in Urteilen und da würde ich mir tatsächlich Zeit und sich diese Zeit geben, sich gegenseitig kennen zu lernen, eben beizeitig total wünschen.

00:27:19: Es ist ein Spannungsverhältnis, also das als letztes von mir, wo ich ehrlich gesagt keine Lösung parat habe, weil unser Job ist es ja auch die Erwartungshaltung unserer Kunden, User, Leser, innen, dass wir sozusagen einfach die Inszenierung des Abends aufgreifen, darüber schreiben und das nicht in einen langen Kennenland-Prozess einbetten.

00:27:38: Da finde ich auch wieder ein Fußballvergleich schön, das ist ganz nett, wenn der Trainer uns Kennenlernen will, wenn er die ersten fünf Spiele vergeigt, macht es eh keinen Sinn mehr, dann ist der weg, ist jetzt im Schauspiel anders, ich sage das nochmal.

00:27:49: Das ist schon, das ist jetzt medial auch schwer zu transportieren.

00:27:53: Das würde ja bedeuten, wir gucken mal ganz lang zu und sagen auch, die Lehne hat es versucht, die Leute haben applaudiert, war nicht ganz so euphorisch.

00:28:00: Macht aber nichts, wir lernen uns ja noch kennen.

00:28:02: Das wäre jetzt auch schräg für den Medienhausen.

00:28:04: Das stimmt, aber weh, weh.

00:28:07: in den letzten Kritiken sozusagen, also ein Wiederaufgreifen von die ersten zwei Produktionen waren ein Fehlstart, ist was, was sozusagen nicht den eigentlichen Abend beschreibt, wo ich mir denke, okay, jetzt lese ich die dritte gute Kritik aus der NN, aber es gibt jedes Mal so ein... Ein Schlenk

00:28:25: zurück.

00:28:27: So, das empfinde ich dann eben als das Gegenteil von, man muss, finde ich, also eine Zeitung, wie die NN muss nicht diesen ganzen Prozess beschreiben, überhaupt nicht, das auch für die LeserInnen.

00:28:36: glaube ich, nicht interessant.

00:28:38: Aber dann eben die leise kritische Frage ist dieses Nachtreten wirklich sinnvoll und warum?

00:28:44: Okay, das nehme ich mal mit und leg dir da kritisch drüber.

00:28:48: Aber wie hast du das gelernt?

00:28:50: Ich kann mir vorstellen, das erste Mal, wenn man was in der große Aufführung hat und da kommt es dann zum Verriss, damit muss man ja erst mal lernen und zu gehen.

00:28:57: Wie macht man das, dass einen das nicht lebt?

00:29:00: Also sind das einfach Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen?

00:29:03: Muss man einfach eine eigene Resilienz da selbst entwickeln?

00:29:06: Oder ist es gar nicht so relevant, was Kritiker schreiben?

00:29:08: Das kann ja auch sein, also das ist ja...

00:29:10: Fußballträger sagen, sie lesen es gar nicht.

00:29:11: Genau,

00:29:12: das ist ja so ein gängiger Spruch in...

00:29:15: Also es gibt viele Schauspielerinnen auch bei uns im Ensemble, die tatsächlich bewusst keine Kritiken lesen, weil das ja eben nicht ist, wie man macht ein Film, dann liest man eine Kritik, aber der Film ist sozusagen abgedreht und es ist ein abgeschlossener Prozess.

00:29:29: Sondern wenn man nach einer Premiere eine Kritik liest und dann aber trotzdem noch von zwanzig Vorstellungen spielen muss, ist das möglicherweise was, was eben noch im Hinterkopf einfach mitschwingt und was man nicht losbekommt und was deswegen einfach nicht ... Nicht gut ist.

00:29:43: Das ist eine Entscheidung von einzelnen Spielerinnen, die ich total nachvollziehen kann.

00:29:48: Ich glaube, mein Job ist es, die Kritiken zu lesen.

00:29:50: Also ich muss ja wissen, was sozusagen in der Öffentlichkeit geschrieben wird, was genauso meine Aufgabe in den Austausch mit einem Publikum zu gehen, um zu wissen, wie kommen Abende an oder was bewegt Menschen.

00:30:02: Insofern kann ich mich, glaube ich, einfach nicht dazu entscheiden, zu sagen, interessiert mich nicht, möchte ich nicht.

00:30:07: Also, wer auch überhaupt nicht meine Haltung.

00:30:12: Ich glaube, das ist ein sehr natürlicher Prozess.

00:30:14: Ich bin jetzt seit nahezu zwanzig Jahren in Theatern unterwegs.

00:30:19: Also sozusagen ein Verriss oder eine schlechte Kritik ist ja auch... ein bisschen was normales und ist sozusagen nicht so außergewöhnlich, dass es einen dann jedes Mal bis ins Markt trifft.

00:30:31: Das ist mit Sicherheit unterschiedlich und manchmal trifft ein das mehr und manchmal denkt man einfach nur, ja Mai, sehe ich irgendwie ganz anders und man kann sich irgendwie besser davon distanzieren.

00:30:43: Das heißt, es ist eine Mischung, aber ja, also bisschen gesunde Abstumpfung gehört da schon auch dazu, glaube ich.

00:30:53: Was ist das größte Problem am Stadtzehr in Nürnberg?

00:30:55: Ist es fehlen der finanziellen Mittel?

00:30:57: oder sagst du ein bestimmter Schauspieltypus fehlt euch im Ensemble?

00:31:01: Was ist so die größte Herausforderung gerade für dich?

00:31:05: Oder eine größere Bühne?

00:31:06: Also hast freie Wahl oder ist alles super?

00:31:10: Das wurde ich ja noch nie gefragt.

00:31:12: Das größte Problem, ich habe kein größtes Problem, tatsächlich nicht.

00:31:17: Also es gibt ein Haufen Kleidprobleme und es gibt ein Haufen Dinge, die mich beschäftigen und an denen man arbeiten muss.

00:31:24: Aber es gibt definitiv nicht das eine große Problem.

00:31:27: Schönste Moment des Jahres, zwanzig, sechsundzwanzig ist noch jung, ist jetzt bei mir eingetreten.

00:31:32: Ein Mensch, der mir gegenüber sitzt.

00:31:34: Donnie Geschancen hat kein Problem.

00:31:38: Ja, ich bin vielleicht auch ein optimistischer Mensch.

00:31:40: Ich habe jetzt nur aufs Theater gekommen und nicht auf die Welt, sonst würde meine Antwort vielleicht anders lauten.

00:31:45: Nein, aber das ist tatsächlich ein... Natürlich kann ich mich jetzt hier hinsetzen und könnte sagen, mehr Geld wäre schöner.

00:31:51: Das ist natürlich eine Wahrheit.

00:31:52: oder ein größeres Ensemble wäre schöner oder noch mehr Möglichkeiten, noch mehr Bühnen.

00:32:00: Aber ich finde tatsächlich diese Arbeit an diesem Theater ein extremes Privileg.

00:32:05: Wir arbeiten immer noch unter... guten Bedingungen.

00:32:09: Wir haben ein Haus, ein Mischauspielhaus, was saniert ist und was irgendwie erst mal wirklich gute Bedingungen hat.

00:32:16: Wir haben technische Abteilungen, die fantastisch sind, mit denen ich unglaublich gerne zusammen arbeite und da auch ein Verhältnis zwischen Kunst und der Technik, was wirklich ein besonderes ist und was ich hier auch als sehr besonders empfinde.

00:32:32: Also da ist sehr, sehr viel extrem positiv.

00:32:35: und dann gibt es diese ganzen Probleme, die es halt irgendwie in allen Betrieben gibt.

00:32:38: und natürlich ist Kommunikation, glaube ich, das das Wichtigste und gleichzeitig das Schwierigste und das ist ja auch ein Prozess, der nie aufhört.

00:32:48: Aber das jetzt als irgendwie ein großes Problem darzustellen, nee, so ist nicht

00:32:53: anders gefragt.

00:32:54: Ist es Gefälle zwischen einem Staatstheater, wo die Welt noch in Ordnung ist?

00:32:58: Das ist ja tatsächlich so, deckt sich auch mit meiner Wahrnehmung und anderen städtisch oder gar frei finanzierten Ensemblen, die Das wird ja größer, glaube ich, diese Kluft momentan in unserem Lande.

00:33:10: Also wo geht's hin?

00:33:12: Das ist vielleicht dann die Frage, die dahinter steht.

00:33:14: Ist Theater auch eine Kulturform in der Krise?

00:33:20: Wie andere?

00:33:22: Wir zum Beispiel als Medienhaus, wir durchlaufen auch gerade eine Krise und müssen gucken, wie wir unsere Publika erreichen.

00:33:27: Oder sagst du, nee, geht einfach so weiter und da sehe ich überhaupt keine Sorgen, dass wir künftig auch relevant bleiben.

00:33:34: Das ist ja vielleicht der Schlüsselbegriff, die Relevanz für unsere Publikum.

00:33:38: Na ja, ich habe gerade über den Ist-Zustand gesprochen und eben nicht über die Zukunft.

00:33:42: Natürlich ist Finanzierung ein total heikles Thema und merken wir ja auch in Bayern, es gibt irgendwie viele Theater, die wirklich von sehr harten Einsparmaßnahmen betroffen sind.

00:33:54: Das ist in Erlangen total spürbar.

00:33:57: Das ist in Ingolstadt total spürbar.

00:33:58: Das sind aber auch in München Häuser.

00:34:02: So, das ist eine Sorge natürlich.

00:34:06: Das ist ein Szenario, was uns natürlich auch beschäftigt, eben auch bei uns jetzt im Staatstheater.

00:34:15: Das mit der Relevanz ist im Theater Ja, auch so eine Dauerfrage und die Zahlen und die Fakten sagen aber tatsächlich was anderes.

00:34:26: Erleben keinen Publikumsschwund.

00:34:28: In Nürnberg nicht an ganz vielen anderen Häusern auch.

00:34:31: Ich will gar nicht sozusagen jetzt pauschal für die gesamte deutsche Theaterlandschaft sprechen.

00:34:35: Das nicht.

00:34:37: Aber also jetzt die letzten zwölf Jahre, die ich in Heidelberg gearbeitet habe, das ist ein Theater, was einfach wirklich voll ist und wo sehr, sehr viele Menschen kommen und das eben genau als relevant empfinden.

00:34:48: Und das erlebe ich hier in Nürnberg schon auch ähnlich, dass ich das Gefühl habe, es gibt eine ganz starke Identifikation mit diesem Theater.

00:34:56: Es gibt eine starke Identifikation mit einem Ensemble und mit unseren Schauspielerinnen.

00:35:01: Und das ist eine tolle Basis.

00:35:03: Also hier bröckelt kein Publikum jedenfalls nämlich das absolut nicht so wahr.

00:35:07: und da kann auch eine Stadt wie Nürnberg stolz drauf sein.

00:35:10: und ich glaube aber auch, dass wir eben in all den politischen oder kulturpolitischen Diskussionen, in denen wir uns bewegen, genau diesen Rückhalt brauchen.

00:35:18: und gleichzeitig braucht es aber glaube ich auch einen ganz starken Schulterschluss zwischen den einzelnen kulturellen Playern hier in Nürnberg.

00:35:26: Da können wir uns eben nicht hinstellen und sagen, wir sind das Staatstheater und der Rest interessiert uns nicht, sondern also gerade ich in meiner Funktion bin total interessiert, da möglichst gute Verbindungen zu allen anderen Theatern in Nürnberg, anderen Kultureinrichtungen aufzubauen, um überhaupt gar nicht in eine Situation zu kommen, wo wir uns gegeneinander ausspielen lassen.

00:35:50: Das ist eine große Gefahr, genauso wie irgendwelche Debatten, wo dann immer Sport gegen Kultur ausgespielt wird.

00:35:55: Davon halte ich nichts.

00:35:56: Ich glaube, wir müssen da wirklich einfach sehr, sehr eng zusammenarbeiten und zusammenstehen.

00:36:04: Was sind deine Gedanken zum Operninterim?

00:36:10: Na ja, wir sind dann da in absehbarer Zeit alleine an diesem Platz und es gibt ja gerade quasi zwei Denkrichtungen, das eine sind die Kolleginnen, die natürlich massiv damit beschäftigt sind zu planen, wie ist das, was wird in der Kongresshalle stattfinden, wie funktioniert das, wie läuft das.

00:36:30: und wir sind sozusagen die bleiben und sind dann kleines Schauspielsatellit, ein großes Schauspielsatellit, aber sozusagen ohne unsere unmittelbaren NachbarInnen.

00:36:42: Und das ist, glaube ich, eine gemeinsame Frage, wie wir das so gestalten, dass wir nach wie vor ein Haus sind und ein Haus bleiben, was aber an zwei unterschiedlichen Orten Theater stattfinden lässt.

00:36:55: Und da wird es auf jeden Fall einen Austausch geben und da wird es auf jeden Fall ganz... tiefe Bestrebungen geben, sozusagen diese Verbindung aufrecht zu erhalten.

00:37:06: Das ist eine große Aufgabe für uns und ganz pragmatisch ist es natürlich auch eine große Aufgabe für uns darüber nachzudenken.

00:37:12: Wie kommt man denn dann zum Schauspielhaus?

00:37:14: Man läuft an einem leeren Opernhaus vorbei.

00:37:18: Wie lässt sich das ... gestalten, wie wird man im Empfang genommen, dass man eben nicht das Gefühl hat, man läuft über einen verweisten Platz, bis man dann den Eingang zum Schauspielhaus findet.

00:37:29: Also das sind die Aspekte, mit denen wir uns jetzt natürlich auseinandersetzen und wo wir jetzt einfach auch inhaltliche Konzepte entwickeln.

00:37:37: Aber dieses gemeinsame ist schon was Wichtiges eigentlich für euch und das... Müsst ihr jetzt irgendwie schauen, wie geschafft man das?

00:37:42: Das ist hundertprozent was wichtig ist.

00:37:43: Also wir sind tatsächlich, wir empfinden uns als ein Haus und das bleibt auch weiterhin so oder wird eher sozusagen vielleicht sogar intensiviert.

00:37:52: Dadurch, dass wir durch die räumliche Trennung wie so... Also wir haben die Herausforderung jetzt genau darüber nachzudenken, anstatt das als eine Selbstverständlichkeit zu nehmen, die es für uns natürlich jetzt gerade hat.

00:38:05: Also auch darin kann ja eine Chance liegen.

00:38:07: Auch darin kann irgendwie so ein ganz produktiver Austausch stattfinden.

00:38:13: Für dich persönlich, denkst du dir, zum Glück ist es das Opernhaus, was umziehen muss.

00:38:17: Zum Glück muss ich mir keine Gedanken machen, was ich an diesem schwierigen Ort aufführe und was ich nicht aufführen kann und wie das bewertet wird.

00:38:27: Oder ist es eher schade, das hätte ich gerne, die Frage hätte ich mir gerne gestellt.

00:38:33: Ich fühle mich da involviert.

00:38:35: Das meine ich mit.

00:38:35: wir sind ein Haus.

00:38:37: Also das ist eben nicht so wie okay.

00:38:39: das Problem oder die Fragen oder die Auseinandersetzung damit liegt bei euch und nicht bei mir, sondern das sind wir ja irgendwie als auch als Leitungsteam sozusagen alle mit diesen Fragen beschäftigt.

00:38:51: Und ich finde auch eine Diskussion darüber ja total wichtig für eine Stadtöffentlichkeit, dass das stattfindet, dass das stattgefunden hat.

00:39:01: Und wie gesagt, es wird ein Austausch stattfinden.

00:39:03: Also diese Frage beschäftigt uns auch.

00:39:07: Ich bin froh um ein saniertes Schauspielhaus.

00:39:09: Ich habe vorhin schon gesagt, das ist ein großer Luxus und gibt uns natürlich gute Arbeitsbedingungen, aber die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Ort.

00:39:18: Und die Frage, wie wir damit als Kultureinrichtung umgehen können, das ist eine absolut gemeinsame.

00:39:24: Also da fühlen wir uns als Teil von diesem Prozess.

00:39:29: Wir mitten in der Kulturpolitik und damit bei einem Diskurs, der uns in Nürnberg hier länger beschäftigt hat, die letzten zwei, drei Wochen, es gab eine Art ... Wutrede eines sehr bekannten Kabarettisten, Matthias Egerstorfer, anlässlich der Verleihung des deutschen Kabarettpreises, die im Nachgang viele Debatten ausgelöst hat, wie eine was darf Kabarett, wie weit kann man denn gehen?

00:39:53: Das wurde unter anderem Nürnbergs Kulturbürgermeisterin mit so einer Art.

00:39:57: Jetzt mal Abrechnung ihrer Amtszeit konfrontiert, die wenig schmeichelhaft ausfiel.

00:40:02: Die Abrechnung meine ich jetzt.

00:40:03: Und andererseits gibt es auch Menschen, die sagen, dass haben wir jetzt sozusagen in den Erinnerungskulturellen Tiefen dieser Stadt angelangt.

00:40:11: Und da hat Egerstorfer Dinge berührt, angesprochen, die tatsächlich Heichels sind.

00:40:18: Kurze Frage an dich.

00:40:19: Wie namst du diese Rede war und was davon soll Kultur in dem Fall Kabarett leisten können?

00:40:27: Also ich war nicht anwesend an dem Abend.

00:40:29: Das heißt, ich habe, wie viele von uns, glaube ich, dann auch erst im Nachhinein sozusagen diese Sequenz gehört.

00:40:36: Und ich bin natürlich tatsächlich jetzt neu wieder angekommen hier.

00:40:39: Das heißt, ich bin wirklich nicht die beste Ansprechpartnerin, um da jetzt von außen quasi über was sehr komplexes zu

00:40:46: urteilen.

00:40:47: Du bist umgefangen.

00:40:47: Du bist umgefangen, ist eigentlich gut.

00:40:49: Das sind die wenigsten in dieser Stadt.

00:40:53: Thema Kunstfreiheit.

00:40:54: Ich habe in vielen Ländern gearbeitet und war in vielen Ländern, wo es keine Kunstfreiheit gibt, sondern Zensur.

00:41:01: Und ich habe in vielen Ländern gearbeitet, wo es zwar keine Zensur gibt, aber eine Art, ich nenne es mal voraus, einen Gehorsam von Kulturschaffenden aus Angst vor Repressionen.

00:41:13: Das heißt, ich weiß genau, was das auslöst und deswegen weiß ich auch sehr, sehr genau um den Wert von Kunstfreiheit und dass es enorm wichtig ist für Demokratie und für unsere Gesellschaft, dass das genau so existiert.

00:41:26: Das ist der eine Punkt.

00:41:27: Der andere ist, dass natürlich aber die Kunstfreiheit nicht dafür schützt, dass wiederum kunstmassiv kritisiert und hinterfragt wird.

00:41:35: Das ist bei sowas ja mit Sicherheit auch eingepreist und ist natürlich auch gewollt als eine Form von Provokation.

00:41:43: Und dazu kann man irgendwie unterschiedliche Haltungen einnehmen.

00:41:48: Ich würde so ein bisschen den Moment und die Veranstaltungen frage stellen.

00:41:52: Also ich habe mir schon als allererstes dass ich das mir angehört habe, die Frage gestellt, wie würde ich jetzt als Hauptpreisträger reagieren, wenn ich danach auf die Bühne gehen muss bei der Veranstaltung?

00:42:05: dezidiert keine lokale Veranstaltung ist, sondern eine Bundesweite.

00:42:09: Das heißt, da ist jemand plötzlich damit konfrontiert, dass eine Stimmung im Saal so ist, wie sie ist und das plötzlich was aufploppt, was mit der eigentlichen Veranstaltung im Grunde genommen nichts zu tun hat.

00:42:21: Das ist eine Frage von, ja, also Frage an das Format, würde ich definitiv stellen wollen.

00:42:31: Was man mal so stehen

00:42:32: lassen wir so stehen.

00:42:33: und dann würde ich zur Abschlussfrage dieses Podcast kommen.

00:42:36: und ich frage zuerst dich Michael.

00:42:38: Was machst du am Wochenende?

00:42:40: Sehr einfach.

00:42:41: Ich schnappe eine Teilmenge meiner Kinder und ein paar Freunde von denen und fahre in die Belge.

00:42:46: Da gehen wir Schlitten fahren und vielleicht auch ein Tag schiefer.

00:42:50: Ich überlege kurz bei mir.

00:42:51: Dreißig ist der Geburtstag eines Freundes in Lauf und der erste FC Nürnberg spielt morgen.

00:43:00: Und ich hoffe... Da gehst

00:43:00: du hin?

00:43:01: Da geh ich hin.

00:43:01: Ich hab Angst vor den Temperaturen des Schneeschöpfens.

00:43:03: Ja, auf dem Schneeschöpfern.

00:43:05: Aber ein grandioser Heimseek gegen Brunnen.

00:43:07: Muss

00:43:07: es jetzt werden, oder?

00:43:08: Sonst kann man die Vortragsverlängerung von Miroslav Klosini bekannt geben, wenn dieses Spiel verloren wird.

00:43:14: Was machst du, Lene?

00:43:17: Ich habe das erste freie Wochenende seit sehr langer Zeit, wo ich nicht arbeiten muss und meine Familie lebt noch in Heidelberg.

00:43:24: Das heißt, ich werde die jetzt im Januar das erste Mal besuchen gehen und habe noch kaum Pläne.

00:43:30: Es gibt, glaube ich, so ein paar Verabredungen, aber es ist relativ frei.

00:43:34: Das ist ungewohnt und sehr schön.

00:43:40: Sagen wir gerne unseren Zuschauern und Zuschauen, weil wir sind jetzt auch auf YouTube seit vergangener Woche.

00:43:45: Sagen wir, dass sie da auch gerne kommentieren können.

00:43:47: Dass ich

00:43:47: noch ein YouTuber werde.

00:43:48: Ja, meine Söhne.

00:43:52: Gerne Feedback auf YouTube, gerne Feedback auf Spotify oder per Mail an lukas.schlapp.vmp.de.

00:43:59: Und falls ihr Ideen für Gästinnen und Gäste habt, einfach eine Mail schreiben.

00:44:03: Und dann bedanken wir uns bei dir, dass du da warst und ... Dann bin ich mir sicher, das war nicht das letzte Mal, dann können wir in ein paar Jahren auch darüber sprechen, wie hat das geklappt, dass diese zwei Häuser trotzdem noch eins geblieben sind.

00:44:17: Danke, dass du da warst.

00:44:18: Sehr gerne, danke für das Gespräch.

00:44:20: Ciao.

00:44:21: Danke, ciao.

00:44:23: Mehr von uns gibt's

00:44:24: auf nordbayern.de

00:44:26: und nn.de.

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