Eilmeldung? Wie die dpa mit Fehlern umgeht
Shownotes
Was macht eigentlich die Nachrichtenagentur dpa? Die Nürnberger Nachrichten, NN.de, nordbayern.de und viele weitere Medienhäuser aus Deutschland und Europa setzen auf die Agentur als Informationsquelle. Roland Freund arbeitet selbst seit Jahrzehnten bei der Deutschen Presse-Agentur, heute ist er Landesbüro-Leiter Süd und damit für Bayern und Baden-Württemberg zuständig. In der 66. Folge von „Bratwurst mit Chili“ spricht Roland Freund über die anstehenden Kommunalwahlen in Bayern, die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und den Umgang mit der Alternative für Deutschland. Außerdem erklärt er den Unterschied zwischen Eil- und Blitzmeldung und was Polarlichter in Deutschland mit Rasenbeleuchtung zu tun haben.
Bratwurst mit Chili Folge 66: Eilmeldung? Wie die dpa mit Fehlern umgeht - Der Leiter des dpa-Landesbüro Bayern Roland Freund, Leiter des dpa-Landesbüro Süd (Bayern & Baden-Württemberg) Michael Husarek, NN-Chefredakteur Lukas G. Schlapp, Audio- und Podcast-Redakteur beim Verlag Nürnberger Presse
Ihr habt ein Aufregerthema für die nächste Woche? Schreibt einfach eine Mail an Lukas: lukas.schlapp@vnp.de
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00:00:00: Michael, frohes neues Jahr.
00:00:03: Wie war dein Jahreswechsel?
00:00:05: Der Jahreswechsel war ruhig, was dran lag, dass wir eine Katze haben.
00:00:09: Und wegen dieser Katze, so viel zum Thema Tierliebe in meinem Haushalt, den Weihnachtsurlaub in Österreich unterbrochen haben.
00:00:19: Weil die durchdreht bei Böllerei und deswegen saßen wir mit Samter Katze.
00:00:24: Im Wohnzimmer hatten wir Freunde, das Ehepaar zu Gast, haben Raklette gegessen, aber es war wirklich ein sehr ruhiger Jahreswechsel.
00:00:30: Aber die Katze, die versteckt sich dann, oder was macht ihr?
00:00:33: Die versteckt sich und macht Blödsinn im Keller und ist dankbar, wenn es Menschen gibt, die sich ihrer annehmen.
00:00:39: Ah, die ist wirklich, wenn es so gibt, dann mal so Argumente pro Kontra für Böllerei.
00:00:44: Ich würde das gar nicht abschließend bewerten persönlich.
00:00:46: Ich bin nicht kein Böllerer, aber ich glaube, jeder, der ein Tier hat, hat ein gutes Argument, Nein zu sagen, zu dem Knallen an sich.
00:00:55: Du hast es krachen lassen, schätze ich.
00:00:56: Tatsächlich nicht, weil ich dann noch kurzfristig mich auch irgendwo angeschickt habe und
00:01:01: dann auch mit
00:01:01: Grippe flach lag.
00:01:02: Also den einunddreißigsten auf den ersten den konnte ich dann noch irgendwie mit Freunden zusammen verbringen.
00:01:07: Aber es war klar, dass es nicht wild werden wird.
00:01:12: Ich hab ja einen Hund, aber meine Eltern haben sich meinem Hund angenommen und haben aufgepasst, dass es ihr gut geht.
00:01:18: Ich suche immer die dunklen Seiten in deinem Leben.
00:01:20: Das war mir ein Fan, die hab ich schon ausgefunden, wenn sie auch noch Böller ist.
00:01:25: Das
00:01:25: hab ich nicht gemacht.
00:01:26: Michael, es ist das dritte Kalenderjahr, in dem Bratwurst mit Chili
00:01:32: sendet.
00:01:32: Nach ... ... nach ... ... jetzt sechsundzwanzig.
00:01:36: Wer hätte das
00:01:37: gedacht?
00:01:37: Und wir haben auch in diesem Jahr gleich in der ersten Folge wieder einen spannenden Gast.
00:01:42: Wir begrüßen heute Roland Freund im Studio.
00:01:46: Er ist Landesbüroleiter Süd der Deutschen Presseagentur und ist damit zuständig für Baden-Württemberg und Bayern.
00:01:54: Er ist gebürtiger Franke, hat aber auch in Berlin, Frankfurt und New York gearbeitet.
00:01:58: Wir freuen uns, dass du da bist.
00:02:00: Ich bin sehr gerne da, hallo.
00:02:03: Und das ist ja meine Heimatstadt oder Heimatregion hier, also von daher freue ich mich sehr darauf.
00:02:09: Ich habe gleich eine nachrichtliche Frage an dich.
00:02:12: Es ist eine Rückblickfrage.
00:02:13: Noch mal einen Rückblick auf den Jahr zwei tausendfünfundzwanzig.
00:02:16: Was war die Nachricht zwei tausendfünfundzwanzig, die dir am meisten im Kopf geblieben
00:02:24: ist?
00:02:24: ... für mich ist dieser Jahreswechsel dann schon immer wirklich so ein Einschnitt.
00:02:30: Und gleichzeitig ... ... wenn ich jetzt darüber nachdenke, habe ich das Gefühl ... ... dass eigentlich diese ganzen Themen, die das Jahr so ... ... ausgemacht haben, alle weitergehen.
00:02:40: Und deswegen würde ich sagen, schon der größte Einschnitt ist so, wie sich diese Welt gerade verändert ... ... durch die Machtpolitik der USA, durch Russland, Ukraine, Krieg.
00:02:51: Ähnlich, ich würde sagen, diese Weltlage, nicht das einzelne Ereignis, sondern diese Weltlage, das ist das, was für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass
00:03:05: es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im
00:03:11: Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich im Rückblick, dass es für mich Also wirklich im Kopf geblieben ist.
00:03:16: jetzt eigentlich gar nicht so bedeutend, war bei mir die Papstwahl, kurioserweise mit Weltpolitik ja wenig zu tun, also zumindest.
00:03:22: nicht zwingend was damit zu tun, weil ich da, wie bei jeder Papstwahl, an die ich mich erinnern kann, so viele waren sie ja nicht in meinem Leben, aber ich versuche immer zu verfolgen und das sah sich zufälligerweise mit meinen Kindern zu Hause vor dem Fernsehen, hab die genötigt, sich das Zeug mit reinzuziehen, was die am Anfang nicht verstanden haben, dann waren sie irgendwie doch mit angeteasert von dem Spannungsmoment und diesem vollen Petersplatz.
00:03:44: Und dass es dann dieser Amerikaner wurde, das war ja schon eine Überraschung.
00:03:48: Es ist weltpolitisch, wie gesagt, würde ich das nicht überhöhen wollen, aber es war so der Moment, wenn man es darauf fokussiert, der Internationale, der mich beeindruckt hat.
00:03:58: Trump hat sich durch das Jahr gezogen im negativen Sinn und ... Ja, hier in der Region, was das noch in diesem Jahr war, war der letzte große Derby-Sieg, der war
00:04:09: Zeitensicht,
00:04:10: den muss man auch hier nicht unerwähnt lassen.
00:04:14: Ich bin fast befürchtet, dass du sagst, die letzte Meisterschaft.
00:04:18: Immerhin bin ich, ich bin Zeitzeug, ich war damals eineinhalb Jahre jung.
00:04:21: Ich habe es miterlegt.
00:04:24: Ich habe auch überlegt, was die Nachricht war, die mich am meisten ... zum Nachdenken gebracht, oder meist im Kopf geblieben ist, und es ist diese Eilmeldung, Eklah im Weißen Haus, mit Selensky und Trump, wo man das gelesen hat und sich dachte, ja, wieder ein Eklah im Weißen Haus, ja klar, irgendwas im Oval Office ist da passiert, und dann hat man sich dieses Video angeschaut und war so, das kann nicht echt sein, wo man sich wirklich dachte, da ist der ukrainische Präsident und wird vom Vizepräsident und Präsident in der USA einfach ... auf einer Bühne bloß gestellt.
00:05:00: Da ist ja ein schöner Gradmesser, wenn ich das noch einfügen darf, was wichtige Nachrichten sind, kann unser Gast viel mehr erzählen.
00:05:07: Die DPH hat ja ein System an Meldungen, wie die verteilt werden und ich glaube die zweitöchste Stufe ist die Eilenmeldung.
00:05:13: und das finde ich schon immer interessant, weil bei euch ja sich viele Menschen Gedanken machen.
00:05:18: Nehm ich mal an, wann was eine Eilmeldung ist und dann gibt's ja noch eine Stufe drüber.
00:05:22: Die Blitzmeldungen.
00:05:23: Da gab's, glaub ich, zwei im letzten Jahr, wenn ich's recht im Kopf war.
00:05:26: Der eine war die Papst.
00:05:27: Die beiden Papst,
00:05:28: der Verstorbene
00:05:29: und der Neue.
00:05:29: Das finde ich immer interessant, weil da hätte man ja auch irgendwas mit Trump hätte sie auch zum Blitz bringen können, aber offenbar ist der dann nur mehr eine Eilmeldung wert, aber das wär mal interessant zu wissen, warum das so ist.
00:05:43: Also Trump war sehr, sehr viele Eilmeldungen.
00:05:47: Wert, wenn man das so sagt, oder war da anders für sehr, sehr viele.
00:05:49: Es war sogar Rekord in der Art und Weise, wie es das früher noch nie gab.
00:05:54: Wundert uns aber, glaube ich, überhaupt nicht, angesichts dessen, was er immer raushaut und was an überraschendem kommt.
00:06:01: Bei uns diskutieren wirklich sehr viele Leute immer sehr lange darüber, was jetzt eine Eilmeldung ist und wann es vielleicht eine Blitzmeldung und ähnliches ist.
00:06:09: Es gibt da gewisse Regeln und Standards und trotzdem bleibt es auch eine Ermessenssache anstelle.
00:06:13: Für mich persönlich sage ich immer, Blitz muss irgendwas sein, was mich wirklich wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft.
00:06:20: Mhm.
00:06:21: Das ist die erste Annäherung darin, man macht eine Blitzmeldung.
00:06:24: Eigentlich hätte das was überhaupt nicht erwartet wird.
00:06:27: In diesem Moment, dann ist es für mich am ehesten eine Blitzmeldung, das sollte eine Kategorie sein, die wirklich sehr selten vorkommt, damit alle wissen draußen in der Welt.
00:06:37: Aber auch unsere Kunden, die Redaktionen wie ihr zum Beispiel, da ist jetzt was passiert, ihr müsst alles stehen und liegen lassen, weil das verändert jetzt alles für den heutigen ... auf jeden Fall, was eure Abläufe angeht, aber vielleicht auch für diese Welt.
00:06:49: Das ist so die Kategorie.
00:06:51: Darunter gibt's diese Eilmeldung.
00:06:53: Da ist mein persönlicher Eindruck, ich hätte gern ein paar verschiedene Kategorien, zumindest seites Handys und Smartphones und so weiter, weil ganz viel wird da ja gepusht, wie man sagt.
00:07:03: Ich kriege einen Push.
00:07:04: Die Bandbreite ist da inzwischen schon sehr groß geworden.
00:07:06: Das kann eine Trump-Äußerung sein, das kann aber auch was mit Taylor Swift sein, oder es kann irgendwie vielleicht sogar was aus dem Fußball oder Ähnlichem sein.
00:07:15: Die Gewichtung dessen ist schon sehr unterschiedlich.
00:07:18: Und wir haben halt nur diese eine Eil-Meldungskategorie dafür.
00:07:21: Vielleicht könnte man das mal ein bisschen differenzieren.
00:07:23: Deswegen wird das alles in diesen Eintopf geworfen.
00:07:25: Okay.
00:07:27: Dann hatte ich noch eine ganz kurze letzte Frage, bevor wir zum Dschingle kommen.
00:07:31: Und zwar so Rückblickegennen, also Jahresrückblicke.
00:07:33: Wie stehst du zu denen?
00:07:34: Findest du die gut?
00:07:35: Schaust du dir gerne an?
00:07:36: Liest du es gerne?
00:07:37: Magst du sowas?
00:07:38: Oder ist dein Blick so nach vorne gerichtet, dass du sagst, da möchtest du gar nicht zehn oder elf Monate zurückblicken?
00:07:44: Wie viele Stunden haben wir Zeit?
00:07:46: Mega Diskussion bei uns über die Feiertage.
00:07:49: Ich persönlich mag Jahresrückblicke gar nicht mehr.
00:07:52: Also früher war das mehr, da konnte ich mich dann noch ein bisschen drinalen und so weiter.
00:07:56: Inzwischen sage ich, ich mag gern so Jahresrückblicke, die eher in Richtung Ausblick gehen.
00:08:01: Also, was war wichtig und ist noch wichtig?
00:08:03: Oder wo geht's hin?
00:08:04: Also, dass ich so ein bisschen die Orientierung fürs neue Jahr kriege und was wirklich wichtig ist.
00:08:09: mitzunehmen.
00:08:10: Also nicht nur, ach ja, das war auch noch so Plakte-Kronik oder so was.
00:08:15: Also
00:08:15: den Charakter hat er dann?
00:08:16: Dann
00:08:16: ist gut.
00:08:17: Da haben wir uns auch so entschieden, wir machen seit, ich glaube, vier, fünf Jahren behaupte ich mal, den Ausblick.
00:08:22: Also wir hatten früher klassische Rückblicke in der Zeitung und bei uns ist der Fokus tatsächlich eigentlich komplett der, was kommt.
00:08:30: Und nicht mehr was war.
00:08:31: Ich bin allerdings nicht sicher, ob es an unseren Kunden, die auch eure Kunden sind, ein bisschen vorbei geht, ob die nicht vielleicht auch Interesse an so einer Chronologie haben.
00:08:39: Also es ist eine spannende Diskussion.
00:08:41: Also es gibt für mich eine Ausnahme.
00:08:43: Ich denk gerne an einzelne Menschen zurück, die wir vielleicht in dem vergangen Jahr verloren haben.
00:08:48: Also, die nicht mehr in dieser Welt sind, die aber für diese Welt aus verschiedenen Gründen sehr bedeutend, interessant, wichtig waren.
00:08:55: Das können kleine wie große Leute gewesen sein.
00:08:58: So was lese ich manchmal noch gern so ein bisschen aus Erinnerung.
00:09:01: Ja, macht einem die eigene Vergänglichkeit auch ein bisschen klarer.
00:09:06: Dann würde ich sagen, kommen wir jetzt zum Jr.
00:09:08: und danach sprechen wir über ... was erwartet uns da?
00:09:13: und über die deutsche Presseagentur.
00:09:28: Roland, ich würde mit der Frage starten wollen, was macht eigentlich die DPA?
00:09:35: Die wird hier wahrscheinlich oft gestellt.
00:09:37: Es ist, glaube ich, für die Leserinnen und Leser, ist es ein bisschen unklar, weil sie konsumieren das die ganze Zeit, sie wissen aber gar nicht, wie kommt es zu ihnen, warum ist es immer wieder in der Zeitung, wer ist überhaupt diese DPA?
00:09:46: wie?
00:09:47: Antwortest du da immer drauf?
00:09:51: Die Geschichte der DPA ist eine Arbeitsteilungsgeschichte.
00:09:54: Die Idee war mal, nach dem Krieg und nach der Nazi-Zeit in Deutschland zum einen, nie wieder solche Propagandamaschinen in den Medien, wie es in der Nazi-Zeit gab.
00:10:06: Und zum anderen, vielleicht müssten sich Medien ihre Arbeit ein Stück weit teilen, um jeweils das, was sie machen können, gut machen zu können.
00:10:14: Ich mach mal ein Beispiel.
00:10:16: Wenn ich ein großes Medium in Nürnberg bin, dann erwarte ich als Leser, Leserin, User, dass mir dieses Medium ganz viel über die Stadt hier erzählt.
00:10:23: Über meinen Lebenszusammenhang, über was hier gebaut wird und all die Dinge, die wichtig in der Schule sind und ein bisschen darüber hinaus, vielleicht noch in ganz Franken und so weiter.
00:10:34: Dafür muss man seine Kraft voll auf diese Region geben.
00:10:38: Man kann nicht alles, was es in der Welt gibt, vielleicht mit gleicher Kraft, covern, wie wir sagen, also abdecken, berichten und so weiter.
00:10:44: Einiges schon noch, weil man einen Kurs bei denen vielleicht den München auch hat oder ähnliches, aber manches in der Welt auch nicht.
00:10:49: Weltraumflüge, Skispringen, Taylor Swift und vielleicht den Trump auch noch.
00:10:54: Und dafür ist dann eine Agentur da, die sagt, für all diese Medien hilft sie immer da, wo ich als Medium selbst nicht ganz aktiv sein will, nicht das ganz große machen will, aber es muss gut reinpassen bei mir, es muss zu meinen Inhalten passen.
00:11:05: Da stütze ich mich auf diese Gemeinschaftsredaktion der DPA.
00:11:09: Diese Medien sind alle Anteilseigner der DPA und haben gesagt, wir wollen da gemeinsam unsere Agentur machen als eine weitere Redaktion, die uns allen gemeinsam gehört.
00:11:18: Das ist so die Grundidee der DPA.
00:11:21: Das ist spannend, weil uns und euch ja genauso LeserInnen immer wieder mal konfrontieren.
00:11:28: Ihr seid, wir aus Nr.
00:11:30: Nachrichten, abhängig von der Regierung und der EPA wird auch gern in diesen Topf geworfen.
00:11:34: Also vielleicht kannst du das nochmal klarstellen.
00:11:38: Ich tust bei uns sehr oft.
00:11:40: Wir sind ein unabhängiger Verlag.
00:11:41: Wir haben eine Verlegerfamilie und Gesellschaften, die hier Freien Journalismus ermöglichen ohne jegliche Abhängigkeit.
00:11:49: und bei DPA ist es ja... Genauso unabhängiger Journalismus.
00:11:52: Es gibt ja bei euch keine Direktiven aus dem Kanzleramt.
00:11:55: Das wird manchmal uns und euch unterstellt.
00:11:58: Ja, das stört das Kanzleramt manchmal auch, dass es das nicht gibt.
00:12:01: Und ja, Unabhängigkeit, ich weiß nicht, ob man es steigern kann, aber wenn ihr schon Unabhängigkeit seid, dann sind wir unabhängiger noch, weil bei uns ganz viele Verlage, Medien und so weiter die Gesellschaften sind.
00:12:11: Hundertsiebzig ungefähr sind's.
00:12:13: Legt mich nicht auf die ganz genaue Zahl gerade fest.
00:12:17: Und das Schöne daran ist, dass all die zusammen unsere Gesellschaften sind.
00:12:22: Und wenn da einer wollte, dass wir jetzt was ganz Bestimmtes machen, dann gibt's hundertneunundsechzig, die das wieder anders sehen würden und so weiter.
00:12:28: Und das ist eigentlich die Garantie unserer finanziellen, wir auch medialen Unabhängigkeit.
00:12:33: Also Chefredakteur sagt immer ganz gerne der Kunde, also die anderen Medien ist König, aber er ist nicht Chefredakteur.
00:12:40: Und das ist eigentlich so das Grundprinzip, was es so auf den Punkt bringt.
00:12:45: Aber wo ist die DPA dann überall?
00:12:47: Wie kann ich mir das vorstellen?
00:12:48: Wo arbeiten überall Menschen für euch?
00:12:52: Also am liebsten wären wir überall auf der Welt.
00:12:54: Aber irgendwann gibt es dann auch Grenzen des finanziellen und der Ressourcen natürlich.
00:12:58: Wir haben unsere Hauptredaktionszentrale in Berlin sitzen.
00:13:03: Unser Unternehmenshauptsitz wiederum ist eigentlich in Hamburg.
00:13:05: Nach dem Krieg wurde das dort zunächst mal gegründet.
00:13:09: Und dann sitzen in ganz Deutschland.
00:13:10: Ungefähr fünfzig Standorten haben wir Büros.
00:13:14: Bayern mache ich es mal deutlich.
00:13:15: Natürlich in der Landeshauptstadt eine Zentrale, aber natürlich auch hier in Nürnberg ein Büro.
00:13:20: Wir haben eine Kollegin in Oberfranken, in Unterfranken.
00:13:22: Wir versuchen so ein Netz über Deutschland und die Welt zu legen.
00:13:26: Je weiter es weg ist von Deutschland desto dünner wird dieses Netz natürlich aus Ressourcengründen auch, aber wir haben auch in Amerika, in Washington Büro, wir haben in San Francisco jemanden und so weiter.
00:13:35: Also wir versuchen dadurch ein Netz über die Welt zu legen, sodass wir überall möglichst vertreten sind, stützen uns dann sehr, sehr gut natürlich auch auf viele freie Mitarbeiter, die gelegentlich für uns arbeiten, wenn etwas los ist, wenn wir sie brauchen.
00:13:49: Und was unser Netz zusätzlich stärkt, ist, dass wir sehr eng mit vielen Partneragenturen zusammenarbeiten.
00:13:55: Es gibt einen ganz, ganz großen Partner, die Associated Press AP.
00:13:58: Sieht man auch manchmal im Netz oder in der Zeitung AP steht dann da, die nach sehr ähnlichen Grundsätzen arbeitet wie wir.
00:14:06: Eine weltweite, internationale, große Agentur ist und mit der arbeiten wir sehr, sehr viel zusammen.
00:14:11: Das hilft uns international natürlich auch.
00:14:13: Habt ihr einen Grünland-Korrespondent?
00:14:16: Das ist eine gute Frage.
00:14:18: und also ich weiß zumindest, wir haben da kein festes Büro.
00:14:20: meines Wissens, dann müsste ich jetzt aber auch nur mal genau schon, wer uns da gerade wie vertritt.
00:14:25: muss ich sagen weiß ich gerade nicht.
00:14:27: Aber wir haben dort auch natürlich unser Netz über die freien Mitarbeiter und wir haben Zuständigkeiten über unser Nordeuropa-Büro und Dänemark und so weiter, was dann wiederum für Grönland auch mit zuständig ist.
00:14:37: Das heißt am Tag X, der hoffentlich nie kommen wird, an dem Trump ernst machen würde mit einer wie auch immer gearteten Grönlandoffensive, wer DEPA gewappnet und würde uns jetzt als Nürnberger Nachrichten, wir haben keinen Grönland-Korrespondenten, werden auch nie an den Haben entsprechende Infos liefern.
00:14:53: Also Diese Pläne gibt es auch jetzt schon, was wir in solchen Fällen nicht nur in Gründern, sondern auch an anderen Orten tun.
00:15:01: Aber selbst in so einem Podcast wie hier würden wir darüber in der Regel nicht reden, auch aus bestimmten Gründen, weil wir nicht offenbar machen wollen, wogegebenenfalls da auch von uns sehr Verletzlichkeiten sind, gerade in solchen dann vielleicht auch militärischen Auseinandersetzungen oder Konflikten.
00:15:18: Und an wen liefert die DPA dann alles?
00:15:22: Ihre Nachrichten, also jetzt zum Beispiel haben wir geredet, die nimmige Nachrichten, bei uns sind DPA-Meldungen drin, aber wer ist alles Kunde von euch?
00:15:30: Sind das nur im Deutschsprachigen Raum?
00:15:33: Sind das nur in Deutschland?
00:15:34: Ist da auch öffentlich-rechtliche Rundfunk mit dabei?
00:15:37: Also wer bezieht alles Nachrichten von euch?
00:15:39: Also wir haben weltweit Kunden tatsächlich und wir haben auch Dienste in vier Sprachen, also in Englisch, Spanisch, Arabisch noch neben Deutsch.
00:15:46: und von daher wirklich international Kunden.
00:15:49: Aber wenn du es dir so mit Stecknadeln auf einer Weltkarte anschauen willst, dann ballt sich das natürlich sehr stark in Europa.
00:15:55: Also wir sagen schon, dass wir eine Agentur sind, die aus deutscher und europäischer Sicht auf diese Welt blickt.
00:16:01: Und das hat auch mit unseren Kunden natürlich zu tun.
00:16:04: Und je weiter du nach Deutschland kommst, umso mehr Kunden werden das.
00:16:06: Und vor allem im deutschsprachigen Raum sag ich jetzt mal.
00:16:10: In Deutschland kannst du davon ausgehen, dass alle Medien unsere Kunden sind in verschiedener Intensität.
00:16:15: Also die großen Medien, große Häuser haben natürlich alle unsere Dienste verschiedenste.
00:16:21: Das fängt mit Text an.
00:16:22: Es geht über Foto, Video, Audio, Grafiken, Fact Checking und und und und.
00:16:27: Ganz viele Dinge.
00:16:28: Kleinere Häuser, kleinere Internetanbieter oder Ähnliches nehmen dann vielleicht auch nur Teile davon.
00:16:33: Aber letztlich kannst du sagen, alle Medien in Deutschland, die irgendwas mit Medium machen, sind auch Kunde von DPA.
00:16:39: Michael, wären die nimmigen Nachrichten oder NNDE oder Nordbeindee, wäre das denkbar ohne die DPA?
00:16:46: Nee, ganz klar nicht.
00:16:48: Wir hatten in der Tat mal viel mehr Agenturen bei unserem Portfolio.
00:16:52: Das hat mit finanziellen Ressourcen zu tun und haben in den letzten Jahren uns sehr häufig mit dem Gedanken beschäftigt innerhalb der Chefredaktion, mit welchen Agenturen gehen wir in die Zukunft?
00:17:02: und man kann das so sagen, ohne unserem Gast jetzt Honig ums Maul zu schmieren, dass DPA für uns immer gesetzt war.
00:17:08: Und nach meinem empfinden auch gesetzt bleiben wird, weil ich keine andere Agentur kenne, die dieses Vollsortiment so abdeckt, was wir eben brauchen als additiv.
00:17:18: Der Roland hat sehr gut beschrieben.
00:17:20: In der Region sind wir stark, da sind wir unsere eigene Agentur, da brauchen wir niemand, aber sobald man die verlässt, ist es für uns schon sehr wichtig, relevante und verlässliche Infos zu kriegen.
00:17:29: Die bietet uns DPA und deswegen wird die Partnerschaft auch weitergehen.
00:17:34: Tatsächlich haben wir nur mehr, ein paar kleinere Agentur-Partnerschaften neben DPA.
00:17:38: waren da schon mal deutlich mehr.
00:17:40: Das ist am Ende des Tages eine Frage der finanziellen Ressourcen, die man hat und die waren schon mal größer als sie jetzt derzeit vorhanden sind.
00:17:50: Was ist so das Wichtigste für euch?
00:17:51: Ist es die Schnelligkeit?
00:17:52: Ist es die Wahrheit?
00:17:54: Ist es was, wenn du dich darauf festlegen musst, was sind so die zwei, drei Kriterien, die für euch am wichtigsten sind, am weitesten, oben stehen?
00:18:03: Wenn du unser Kunde wärst, das wär dir denn wichtiger, dass wir schnell sind oder richtig?
00:18:07: Richtig.
00:18:08: Richtig.
00:18:09: Richtig.
00:18:10: Genauso geht es uns auch.
00:18:11: Also natürlich wollen wir schnell sein.
00:18:13: Das ist ganz elementar, weil die Informationen schnell zu unseren Kunden, schnell zu den Menschen kommen sollen.
00:18:19: Aber was hilft mir eine falsche Information, wenn sie schnell ist?
00:18:23: Davon haben wir sehr viel in der Welt.
00:18:25: Und deswegen ist es für uns immer wichtig, dass sie zunächst richtig sein muss.
00:18:28: Das ist aber nicht nur ein DPA-Grundsatz, das ist so ein ehrener Agentur-Grundsatz auch von anderen großen internationalen Agenturen.
00:18:37: dass man immer zuerst richtig sein muss und dann schnell.
00:18:40: In der Abwägung heißt es auch, dass wir vielleicht mal bei einer Meldung oder sehr oft auch noch einen scheinen Moment warten müssen, bis wir es wirklich wissen.
00:18:48: Der krasseste Fall für uns sind die Todesmeldungen.
00:18:51: Wenn jemand gestorben sein soll, ist es in der Regel oft schon jetzt sehr, sehr schnell in der Welt.
00:18:56: Über Social Media, manchmal steht es schon in Wikipedia oder woher auch immer.
00:19:01: wo immerher auch diese Information kommt.
00:19:03: Und wir haben für uns aber den Standard, dass wir bei Toten selbst eine ganz verlässliche Quelle brauchen, damit wir verkünden, dass jemand tot ist.
00:19:12: Mit Zweifel müssen wir dann auch aushalten, dass es irgendwo in der Welt auf Social Media schon diese Nachricht gibt.
00:19:19: Und wir sie aber noch nicht bestätigt haben, dann geht immer richtig vorschnell.
00:19:23: Das ist ein spannender Aspekt, wenn ich da ... einhaken darf.
00:19:26: Es gibt ja bei Politikern immer wieder mal Rücktrittsgerüchte.
00:19:31: Das ist ja auch was, wo ihr als Agentur in irgendeiner Form berichten wollt und es ja auch tut.
00:19:38: Was sind da so eure Kriterien?
00:19:40: Ich nenne jetzt mal ein fiktives Beispiel.
00:19:42: Ich sage dreimal fiktiv und schreib's in den Vassalien.
00:19:44: Markus Söder wäre in der Kritik.
00:19:46: Wie geht man damit um?
00:19:47: Also wie würde man sich so einen Phänomen annähern?
00:19:50: Also geben wir mal von dem harten Fakt aus.
00:19:52: Also nicht nur in der Kritik, sondern Markus Söder Angeblich dritter zurück.
00:19:56: Also wirklich so eine harte, vermeintliche Nachricht, dass für uns Elementar, dass wir selbst da eine Quelle brauchen und eigentlich in der Regel zwei Quellen.
00:20:06: Gut, wenn er uns selbst jetzt sagt, ich trete zurück, dann glaube ich jetzt keine zweite, weil das ist dann seine Entscheidung, aber sonst dass wir zwei Quellen brauchen.
00:20:14: Und nehmen wir mal an, was ich mir nicht vorstellen möchte, dass jemand andere diese Information hat und wir haben sie nicht.
00:20:20: was ich mir auch nicht vorstellen kann bei unseren guten Korrespondenten, aber nehmen wir an, es ist so, dann würden wir zunächst anfangen, müssen zu recherchieren.
00:20:27: Es kann sein, dass wir dann diese Information zunächst auch an unsere Kunden geben, nach dem Motto, es gibt das und das Medium oder den und den Bericht, dass Markus Söder, also auch in ganz viel Basalin jetzt, als ja nur spekulativ zurückgetreten sein soll, wir recherchieren.
00:20:44: können aber noch nicht berichten.
00:20:45: Dann würden wir das transparent machen, in welcher Situation wir gerade sind für unsere Kunden, damit sie wissen, A, die DPA, unsere Redaktion bemüht sich um diese Information.
00:20:54: Aber solange sie es nicht selbst sagen kann, kann sie darüber auch nicht in dieser Form berichten.
00:20:58: Das wäre so unser Vorgehensumfall.
00:21:01: Ich hatte gerade diese Frage gestellt mit Wahrheit oder Schnelligkeit.
00:21:05: Was ist wichtig?
00:21:07: Du hast dann gefragt, aus Kundensicht, was wird denn wichtiger?
00:21:10: Ja, aber gibt's ... Wenn ich so über Social Media nachdenke und da mal Nutzungsverhalten, sind oft Nachrichten, wo ich sehe und mir denke, oh wow, und dann tue ich vielleicht einen Tag, vielleicht eine Woche später feststellen, ach, das, was ich damals gehört habe, das hat gar nicht gestimmt.
00:21:25: Das war einfach eine nicht vertrauenswürdige Quelle, der ich aber in diesem einen Moment geglaubt habe.
00:21:30: Ist es nicht ein großes Problem aktuell, vielleicht in der Medienlandschaft allgemein, aber vor allem auch im Social Media, dass diese, diese Richtigstellung zu wenig Raum bekommt?
00:21:40: Siehst du dieses Problem auch?
00:21:43: Das ist kein Problem, das ist fürchterlich.
00:21:46: Ich glaube, das ist eines unserer größten Herausforderungen in der Gesellschaft, wie wir damit umgehen.
00:21:53: Ich komme gleich zu DPA, aber ich glaube, erst mal muss jeder Mensch für sich damit umgehen lernen.
00:21:58: Das ist auch eine Frage der Erziehung, der Medienbild und so weiter.
00:22:00: Auf was kann ich da draußen vertrauen?
00:22:03: Und was kann mich vielleicht erst mal unterhalten?
00:22:04: Aber ich muss dann schauen, stimmt das überhaupt?
00:22:06: Wir merken das ja im Moment bei KI, Bildern und allem, was es da draußen gibt.
00:22:10: Also großes Feld, brauche ich nicht weiter darauf eingehen.
00:22:12: Da ist jeder und jeder erst mal selbst gefragt.
00:22:15: So, und wie gehen wir jetzt als Medium damit um?
00:22:17: Also ... Zum einen, dass wir eben in den Fällen, die wir für wichtig halten.
00:22:21: Es gibt ja da draußen ganz, ganz viel, wo wir sagen, da müssen wir uns jetzt nicht einmischen, wenn das jemand behauptet, meinetwegen, das ist aber nicht unser Feld.
00:22:28: Bei ganz, ganz vielen Themen eben selbst recherchieren.
00:22:31: Was wir aber auch machen, ein ganz großes anderes Feld ist, wir haben eine sehr große, das ist die Einheit, die bei unserem meisten wächst, Fact-Checking.
00:22:40: Ähm, und die macht auch spezielle Faktenchecks für bestimmte Sachen, die gerade so im Netz unterwegs sind.
00:22:46: Nach dem Motto können Roboter Kinder kriegen, darf ich noch Schokohase sagen, oder muss es jetzt Sitzhase heißen.
00:22:52: Ähm, oder die Kommunalwahlunterlagen sind da geschreddert worden, weil die falsche Partei draufstand, geangieblich gewählt wurde und solche Dinge.
00:23:00: Die machen zum Beispiel auf Insta ganz viele Clips, äh, wo Factor, äh, wo eben solche Behauptungen auf eine finde ich sehr, sehr gute und gleichzeitig auch unterhaltsame Art widerlegt werden.
00:23:11: Kann man auch abonnieren und ähnliches.
00:23:12: Da investieren wir viel Zeit und Kraft rein, dass wir unseren Beitrag leisten, um auch gegen den Irrsinn, der da draußen im Netz unterwegs ist, vorzugehen.
00:23:22: Wir können uns da aber auch nicht um alles kümmern.
00:23:24: Aber das ist eine der Wege neben unserem eigentlichen, klassischen, täglichen Nachrichtengeschäft.
00:23:30: Was ist so der letzte Fehler der der DPA in Baden-Württemberg, Bayern passiert ist, wo ... wo du dich damit auseinandersetzen musst.
00:23:37: Und wie gehst du damit um, wenn du merkst, oder was ist es erstens?
00:23:40: Und wie gehst du damit um?
00:23:42: Das ist natürlich fies, wenn man über seine Fehler reden muss.
00:23:46: Es ist aber auch ein Teil dessen, was unsere Arbeit ausmacht, dass wir auch mit Fehlern sehr transparent umgehen und umgehen müssen.
00:23:53: Weil wir glauben, dass wir dann nur dann Glaubwürdigkeit haben können, wenn wir ein Fehler mal machen und das Arbeit neben Menschen bei uns, dann kann auch mal ein Fehler passieren.
00:24:01: Auch Fehler, an denen wir selbst schuld sind.
00:24:04: Und dann muss man dazustehen.
00:24:05: Manchmal machen andere, die Polizei informiert falsch, wir müssen es dann berichtigen, wie wir sagen, dann würden wir sagen, okay, da können wir jetzt nichts dafür, aber die Zahl der Opfer bei einem Unfall hat sich zum Beispiel verändert oder war gar nicht ein Mann, sondern eine Frau oder Ähnliches.
00:24:19: Das sind Fehler, die berichtigen wir dann auch, aber es gibt natürlich auch immer leider wieder Fehler, die wir selbst machen.
00:24:23: Gerade jetzt dummerweise rund um ein Jahreswechsel, jetzt ein Beispiel von Baden-Württemberg hätte hier wahrscheinlich uns auch passieren können, aber darf nicht, Polarlichter.
00:24:33: Sagt euch, was diese Himmelsphänomene, so Violett am Himmel und so weiter und so fort, gibt's gelegentlich.
00:24:39: Aber so wahnsinnig oft bei uns nicht.
00:24:41: Und wir hatten in Stuttgart den Fall, dass ein Fotograf sozusagen die Polarlichter vermeintlich aufgenommen hat.
00:24:47: Sie sah auch wirklich sehr spektakulär aus.
00:24:50: Das ging da noch als Video raus und so weiter.
00:24:52: Und ich mach jetzt die Geschichte mal kurz.
00:24:54: Am Ende hat sich rausgestellt, es war ein Lichtphänomen, das durch Rasen ... Beleuchtung, es gibt es inzwischen, dass man Rasenviolett beleuchtet, damit der auch wächst und sonnendlich kriegt, am Himmel bei Wolkendecke ausgelöst wurde.
00:25:06: Also alles, aber nur kein Polarlicht.
00:25:09: Das ist wirklich schlecht.
00:25:11: Weil wir behauptet haben, es gibt Polarlichter, wir haben Bilder verbreitet und so weiter.
00:25:15: Das müssen wir dann sehr schnell unseren Kunden sagen, das heißt dann bei uns im extremen Fall Zurückziehung, wir ziehen diese Informationen zurück, schreiben dann eine Geschichte, was es war und womit es zusammenhängt und Ähnliches.
00:25:27: Das sind die unangenehmsten Tage und Dinge, die man haben kann.
00:25:29: Sowohl für die Leute, die das produziert haben, keiner macht gerne einen solchen Fehler, auch als auch Frisch-Chefs.
00:25:35: Und deswegen müssen wir das intern dann auch immer aufarbeiten.
00:25:37: Wie ist uns das passiert, damit das ist eigentlich das Allerwichtigste, das nicht noch mal passieren kann?
00:25:45: Joa, also was du fragst, Luca.
00:25:47: Was denkst du denn, was ich fragen möchte?
00:25:48: Nach meinem letzten Fehler.
00:25:50: Ja, ich wollte so ein bisschen zur Diskussion stellen, weil ich mich auch diese Frage stelle.
00:25:54: Ich glaub, wenn wir in dem Team oder wenn ich jetzt ... als Redakteurin den Fehler macht.
00:26:00: Der erste Gedanke ist immer, alle erste Gedanken sind immer, dieses hoffentlich fällt keinem auf.
00:26:05: Dann ist man aber menschlicher
00:26:06: Reflex.
00:26:07: Ja, genau.
00:26:08: Dann ist es aber zum einen, dass das, was wir erstellen, so viele Menschen sehen, dass es auf jeden Fall auffallen wird.
00:26:14: Und der zweite Sache ist, dass wir einfach ethische Grundsätze haben, dass wir solche Fehler dann nicht weiter verbreiten.
00:26:20: Aber dann finde ich es ... Ich kann mir vorstellen, das war jetzt nicht mein Tagesgeschäft, aber ich kann mir vorstellen, dass früher in der Tagestätung, man hat einen Fehler am Montag gemacht, dann konnte man den am Dienstag an gleicher Stelle groß korrigieren und konnte das schreiben.
00:26:33: Zätten passiert und hatten meistens klein an unbedeutender Stelle korrigiert.
00:26:38: Das gab es tatsächlich häufiger, muss man auch sagen.
00:26:40: Fehlerkultur ist ein kniffliges Thema.
00:26:44: Da nehme ich mal für uns alle von DPA über unser Medienhaus bis ... zur ganzen Branche eines vorweg.
00:26:51: Wir sind da besser geworden.
00:26:52: Ich finde wirklich, das ist vor zehn, zwanzig Jahren, taten wir uns sehr schwer im Eingeständnis mit Fehlern.
00:27:00: Da ist es genauso passiert, da gab es irgendeine... eine Falschmeldung schlicht, die vielleicht der Aufmacher in dem Lokalteil einer Zeitung war.
00:27:07: Die wurde dann schon richtig gestellt, was ja auch erboßte Leser-Anrufe damals noch gab.
00:27:12: Es gab auch Zeiten, wo noch Leser-Redaktionen besucht haben in größerer Anzahl.
00:27:16: Es war klar, da gibt es Handlungsbedarf.
00:27:18: Ist aber selten an derselben Position als Aufmacher des nächsten Tages erschienen, sondern dann eher als Kurzmeldung.
00:27:24: Das sind wir wirklich besser geworden.
00:27:26: Wir machen heute, finde ich, mit viel größerer Transparenz auf unsere Fehler aufmerksam.
00:27:33: dann muss man aus meiner Sicht eben unterscheiden, wenn ich jetzt einen Vornamen, das ist mir kurz vor Weihnachten passiert, da habe ich Manfred Weber, CSU-Viz, ich glaube zu einem Martin Weber gemacht, ich weiß es nicht mehr, und der Kollege, der den Text gegengelesen hat, dem ist es auch durchgerutscht, dann stand halt schlicht ein falscher Name drin.
00:27:49: Da haben wir natürlich zwei, drei LeserInnen drauf hingewiesen in sehr netten Mails und ich habe mich dann bei denen persönlich entschuldigt, weil es kein Anlass für eine große Wiedergutmachung in der Tageszeitung war.
00:28:02: Einfach nur ein Fehler war, der jetzt am sachlichen Kontext auch wenig geändert hat.
00:28:07: Ich habe den als CSU-Vice und als EVOP-Chef in seiner Funktion in Europa in Brüssel beschrieben.
00:28:14: Das finde ich... passiert uns allen.
00:28:15: Aber wenn es ein gravierender Fehler ist, dann müssen wir auch dazustehen.
00:28:19: Und wir haben ja auch den Versuch unternommen, das in unseren Leserbriefseiten, die momentan zwei bis dreimal die Woche erscheinen, klarzumachen.
00:28:27: Da gibt es eine eigene Rubrik, wo auch die Leser uns fragen und wir antworten.
00:28:31: Und die Fragen sind oft unbequem.
00:28:32: Warum habt ihr damals was falsch gemacht?
00:28:34: Und auch da müssen wir darauf antworten.
00:28:36: Und da drücken wir uns auch nicht.
00:28:38: Das finde ich sehr, sehr wichtig.
00:28:39: Und da können wir aber immer noch besser werden.
00:28:41: Also unsere Erfahrung ist da, dass Menschen zweierlei, auf zweierlei Art reagieren, wenn wir mal so den Durchschnitt machten.
00:28:47: Mir geht es eigentlich auch so, sie erwarten, dass wir Fehler korrigieren.
00:28:51: Also, dass wir da zu stehen.
00:28:53: Und wir sind auch offen, wir sagen jedem schickt uns, wenn ihr ein Fehler von DPR sich schickt uns den, wir schauen uns das an.
00:28:57: Das ist das eine.
00:28:58: Das andere ist aber auch, dass wir merken, so wie Michael es beschrieben hat, wenn man das dann erklärt, auf sie zugeht, transparent damit umgeht, dazu steht auch, dass sie das auch honorieren.
00:29:10: Also, dass sie dann manchmal sogar überrascht sind und sagen, hätte ich jetzt gar nicht gedacht.
00:29:13: dass sie so schnell darauf reagieren und das korrigieren.
00:29:16: Und das ist eigentlich auch eine gute Erfahrung.
00:29:20: Ja, mir fällt halt immer diese Beispiele ein.
00:29:23: Wir machen ja vor allem viele Videos in unserem Team aktuell.
00:29:28: Und dann ist halt immer diese Frage bei einem Video.
00:29:31: Man muss sehr weit zurückgehen in dieser Datei, um so einen Anfangsfehler zu beheben.
00:29:35: Das müssen wir aber jedes Mal machen.
00:29:36: Und dann kommen auch aber auch noch die Plattformen dazu wie Instagram, Facebook.
00:29:40: TikTok, die das überhaupt nicht honorieren, also die in ihrer Logik sagen, wenn du was hochgeladen hast und das wiederlöscht, dann strafen wir dich bei dem Maxim Video ab und man sich aber immer wieder dann am Riemen rein bisschen muss und sagen kann, wir können das nicht falsch stehen lassen, nur weil die Plattform das... gerne so in ihren Algorithmus hätte.
00:29:57: Aber das ist ja genau der Informationskrampf, den Roland vorhin auch angedeutet hat.
00:30:01: Es gibt einerseits die Welt und die scheinbare Wahrheit der Algorithmen, die mit Wahrheit nichts zu tun haben.
00:30:07: Eine Mechanismus, den wir uns nicht entziehen können.
00:30:09: Andererseits gibt es unsere Standards und das in Agenturen und Tageszeitungen und deren Online-Portalis sich sehr, sehr ähnlich.
00:30:16: Wir legen Wert auf Richtigkeit und somit auch auf richtig Stellung in dem Fall, wenn es mal schief gelaufen ist.
00:30:22: die beiden Welten korrespondieren nicht.
00:30:24: Genauso wie du sagst, wir werden dann vom Algorithmus abgestraft, wenn wir was Gutes tun und eine Meldung korrigieren.
00:30:31: Und trotzdem, finde ich, müssen wir es machen.
00:30:33: Also ohne Wenn und Aber.
00:30:34: Aber das besorgt mich schon sehr, so wie es der Roland vorher auch angedeutet hat.
00:30:40: Als Grundphänomen unserer Gesellschaft habe ich so ein bisschen die Sorge, dass die Wertigkeit von Wahrheit abgesunken ist.
00:30:47: Und in Rheinkultur kann man das aus meiner Sicht an der wunderbaren Person von Donald Trump festmachen, der ja schamlos lügt, Tag für Tag, und damit prächtig durchkommt, immerhin US-Präsident ist.
00:30:58: Wir haben jetzt schon drüber gesprochen, wo die DPA überall ist.
00:31:02: Es ist nicht nur Deutschland.
00:31:02: Wir haben drüber gesprochen, dass es nicht nur deutscher Output ist, den er sozusagen liefert.
00:31:07: Jetzt werden wir in der Frage noch, welche Atemzins sind denn alle, die die DPA liefert?
00:31:11: Zuerst würde ich denken, am meisten fällt es mir irgendwie in der Zeitung auf oder auf NND oder auf Nordbayern D, dass es Texte sind, aber ihr liefert ja noch mehr.
00:31:18: Wo seid ihr?
00:31:19: Wie multimedial ist die DPA?
00:31:22: Eigentlich ist heutzutage sehr oft sogar das Video oder Ausgangspunkt von Berichterstattung.
00:31:27: Es hat sich sehr verändert natürlich.
00:31:29: Aber wir haben so intern so einen Spruch.
00:31:31: Hast du Video, hast du alles?
00:31:33: Das ist natürlich so wie eine Schlagzeile ein bisschen zugespitzt.
00:31:35: Aber was bedeutet das?
00:31:37: Das heißt, in dem Moment, wo du an einem Ort warst, wo ein VJ, ein Fotograf, ein Video gemacht hat, eine Szene mitbekommen hat, hast du zunächst mal natürlich das Video selbst.
00:31:46: Du hast aber auch ein Audio.
00:31:48: Du kannst daraus ja ein Audio machen.
00:31:49: Du hast gleichzeitig ein Foto, weil du auch ein Foto daraus machen kannst.
00:31:53: Vielleicht nicht immer mit dieser ganz tollen Qualität und dem Stil, wie ein Fotograf, der ein einzelnes Foto macht, aber du kannst aus dem Video immer ein gutes Foto rausholen.
00:32:02: Du hast auch ein Augenzeugen vor Ort.
00:32:04: Das wird heutzutage immer wichtiger für uns, dass wir möglichst bei vor allem den brisanten Themen und Geschehnissen vor Ort sind selbst.
00:32:12: Das hast du also auch.
00:32:14: Und du hast jemanden, den du auch fragen kannst von der Redaktion her, den kannst du anrufen und sagen, hey, mach mal das noch, gib mir noch mal Bescheid.
00:32:19: Wie hatten der ausgesehen?
00:32:20: War der traurig?
00:32:22: Hast du noch was anderes beobachtet?
00:32:23: Müssen wir mit noch jemandem hin?
00:32:25: Also wir sind sozusagen on the ground.
00:32:27: Wir sind da und dort vor Ort.
00:32:28: Also das Video ist für uns inzwischen als Agentur oft zu dem Ausgangspunkt geworden.
00:32:33: Jetzt kommt nach der Schlagzeile, hast du Video, hast du alles?
00:32:36: Kommt die Unterzeile, die natürlich auch stimmt?
00:32:38: Wir haben natürlich nicht von einem Video.
00:32:39: Und wir haben nicht immer ein Videografen dort, sondern es fängt oft auch damit an, dass man recherchiert am Telefon, dass man eine Pressekonferenz oder eine Ereignis über ein Stream verfolgt und ähnliches.
00:32:50: Unsere Bandbreite dessen, was wir produzieren, liegt genau dazwischen.
00:32:54: Also wir schreiben Texte, die veröffentlicht werden.
00:32:56: Wir machen Audios, auch gesprochene Beiträge, fertige Nachrichten für Kunden, auch die sie komplett in ihre Sendungen nehmen können.
00:33:03: Wir machen Grafiken, die Dinge erklären, sowohl als Printgrafiken als auch digital im Netz, die sich bewegen, wo du klicken kannst und ähnliches.
00:33:12: Wir machen Faktenchecks.
00:33:14: Wir machen Video, hatte ich erwähnt.
00:33:16: Eigentlich alles, was du dir als Medium vorstellen kannst.
00:33:21: Welche Rolle spielt KI aktuell bei euch?
00:33:28: Wo hilft sie schon?
00:33:29: Was kann sie machen?
00:33:30: Was erwartest du für das nächste Jahr?
00:33:35: Also KI hilft schon an ganz, ganz vielen Stellen.
00:33:37: Und trotzdem sind wir ganz am Anfang dieses Prozesses, wie wir KI einsetzen können und wo wir auch sehen, wo ihre Chancen und Risiken sind, wo hilft sie.
00:33:47: Ganz banal, sag ich mal, so ein bisschen wie ein Kollege, wenn der gerade nicht da ist, den ich normalerweise fragst, sag ich mal, hast du noch eine Idee für die Überschrift?
00:33:55: Und dann sage ich, frag ich halt mal die KI und dann liefert die zehn Ideen.
00:33:59: Und davon gefallen mir meistens zehn nicht.
00:34:01: Aber meine Elfte ist so ein Mix aus dem, was der mir gerade gesagt hat.
00:34:05: Und ähnlich machen wir es bei Tiesern, also diesen Vorspannen vor Texten manchmal, dass wir uns Vorschläge geben lassen.
00:34:11: Aber das Grundprinzip ist da bei allem, was wir da nutzen, dass wir immer am Ende einen Menschen haben, der entscheidet und auch in der Verantwortung dafür steht, welche Überschriften wir nehmen.
00:34:20: Also dies am Ende Handmade nach dem Motto der Mensch muss entscheiden, ja, die nehme ich oder so veränder ich sie.
00:34:26: Und wir trainieren das System immer weiter, indem wir dann diese... Selbstgetroffene Entscheidung, welche Überschrift nehme ich, der KI wieder rückspiegeln, damit sie auch wieder lernt, welche wollen wir denn haben und so weiter.
00:34:36: Also da nutzen wir KI sehr.
00:34:38: Wir nutzen sie auch natürlich zur Recherche intensivst.
00:34:41: Also wenn du von irgendeinem Institut, einer Partei ein dreißigseitiges PDF bekommst, dann lassen wir die natürlich erstmal schnell durchsuchen, wo würdest du die Schwerpunkte sehen, wo müssen wir reintauchen?
00:34:52: und dann kannst du da nochmal das PDF selbst gegenchecken und und und, ähnliche Dinge.
00:34:58: Und wir nutzen drittens vielleicht so die Karise sehr stark im Dienst der unsere Kunden, die können in unserem Archiv KI gestützt suchen.
00:35:06: Was meine ich?
00:35:07: Also zum Beispiel die Frage.
00:35:09: immer wieder mal Markus Söder.
00:35:10: Wie ist seine Rolle, seine Haltung bei der Klimapolitik?
00:35:13: Wie hat die sich in den letzten zehn Jahren vielleicht langsam immer wieder mal verändert, sag ich vorsichtig?
00:35:20: Und dann wird das anhand des DPA-Materials zusammengefasst, den Kunden präsentiert.
00:35:25: Das ist eine Beta-Version im Moment noch, wo wir selbst noch experimentieren.
00:35:28: Aber da merken wir, welche Power da drin liegt, wie schnell du Informationen auf ... Gutem, fundiertem Wissen, wo wir garantieren können, dass Waren und sind DPA-Meldungen, die auch richtig sind und nicht irgendwas aus dem Netz.
00:35:41: Ist dann für uns auch wieder als Faktencheckinstrument interessant.
00:35:45: Wir haben momentan eine Diskussion, dass die CSU und die Atomkraft wieder einsteigen will, dass sind ja auch solche Fragen, wie hat die sich mal in der Vergangenheit positioniert, ganz interessant.
00:35:53: Da finde ich schon, dass die KI sowieso das beschreibst als Kollege, als Kollegin uns helfen kann, indem sie solche Dinge einfach viel schneller abgreifbar macht, als das noch vor zwei, drei Jahren der Fall gewesen wäre.
00:36:03: Ich glaube, wir müssen, wenn wir dich hier haben, über den achten März sprechen, über die Kommunalwahlen in Bayern, aber vielleicht auch kurzer Ausflug nach Warnen-Württemberg, was ist so... Was interessiert dich gerade am meisten?
00:36:19: Was ist so?
00:36:20: gerade die Frage, die du dich auf Blick mit diesen Kommunalwahlen und Landtagswahlen in Baden-Württemberg am meisten stellst, welche Frage ist das?
00:36:29: Klingt vielleicht komisch, aber ich freue mich.
00:36:34: Gerade auf Kommunalwahlen.
00:36:36: Weil das und gerade in diesen Zeiten einem noch mal so klar macht, welcher Wert es ist.
00:36:41: Hey, wir dürfen wählen.
00:36:42: Also wir können bestimmen, wer für uns hier die Dinge in der Stadt, im Land oder so weiter regeln soll.
00:36:47: Ich finde, gerade Kommunalwahlen sind so unmittelbar nah dran.
00:36:52: Das finde ich das Spannendste an diesen Wahlen.
00:36:54: Und wenn man sich mal überlegt, ich glaube, es sind so vierzigtausend Mandate allein in Bayern, die da vergeben werden.
00:36:59: Vierzigtausend.
00:37:00: Also Stadträte, Landräte, Oberbürgermeister und und und.
00:37:05: Und das ist schon beeindruckend, was wir da selbst bestimmen dürfen.
00:37:08: Deswegen gefallen wir Kommunalwahlen.
00:37:11: In Bayern finde ich die deswegen spannend neben dem, was in einer Stadt jeweils los ist.
00:37:14: Ihr habt ja da eine besondere Herausforderung in diesem Jahr oder eine ganz spannende Situation, aber seit ihr viel mehr die Experten würde ich sagen.
00:37:21: Das ist so eine Kommunalwahl, die natürlich über das ganze Land hinweg auch so die Frage stellt, wie schlägt sich die CSU?
00:37:27: Alle jagen die CSU.
00:37:29: Nach dem Motto, die sind da natürlich ein Pfund.
00:37:31: Aber haben sie auch bei den letzten Malen schon immer wieder auch ein Stück verloren.
00:37:34: Es gibt da andere, die graben die freien Wähler, die mit in der Koalition sitzen.
00:37:38: Die AfD spielt da eine große Rolle.
00:37:40: Die will da auch mehr Gas geben, an der Stelle mehr Sitze holen.
00:37:44: Also das ist für dieses Land.
00:37:45: gerade so ein Jahr auch nach der Bundestagswahl.
00:37:48: Und für den Parteichef Söder bei der CSU und für die anderen, bläst das schon eine hochspannende Sache.
00:37:54: Man kann nicht die gesamte Bundespolitik daran erklären, aber man kann für das Politische, was in diesem Land gerade passiert und wieso der Puls der Menschen ist, kann man schon einige Rückschlüsse ziehen.
00:38:03: Deswegen freue ich mich auf diese Kommunalwahl.
00:38:05: Da würde ich gerne einmal nachhaken, dass das gerade ja schon angeht, Tisa.
00:38:09: Das wird ja nach einer Kommunalwahl von ... den Parteichefs, deren Partei nicht gut abgeschnitten hat, immer betont, das sind die eigenen Gesetze einer Kommunalwahl.
00:38:19: Du hast gerade gesagt, naja, natürlich kann man nicht alles vergleichen auf einer Bundesebene und auf einer Kommunalebene, aber du würdest schon in einer... hochgradig verlorenen Kommunalwahl auch einen Effekt erkennen, der auf diese bundespolitische Lage abzielen könnte.
00:38:35: Also die Menschen kurzum, die bei Kommunalwahlen an die Urne gehen, die könnten auch eine Partei abstrafen, weil sie auf der Bundesebene eine schlechte Politik aus ihrer Sicht gemacht hat.
00:38:46: Würdest du das so formulieren?
00:38:47: Ja, das ist ja das schöne Unterschied zwischen PR und Parteisprechern und Journalismus.
00:38:52: Deswegen gibt es diesen Unterschied.
00:38:55: Und ja würde ich auf jeden Fall sagen, dass man da gewisse Entwicklungen in Trends rauslesen kann.
00:39:00: Man muss immer vorsichtig sein und sehr differenziert argumentieren.
00:39:04: Das ist heutzutage schwieriger, weil die Schlagzeit ist schnell rausgehauende Meme oder sonst was natürlich immer schnell in der Welt ist und es ist eine differenzierte Beurteilung.
00:39:12: Aber natürlich für eine Partei jetzt zum Beispiel gerade wie die CSU, die für sich in Anspruch nimmt, nah an den Menschen zu sein.
00:39:20: in der Bevölkerung verankert zu sein, die Hoheit über die Stammtische, wie es mal hieß, zu haben und Ähnliches.
00:39:25: Und das ist ja sicher auch ein Pfund der CSU, dass sie das in diesem Land geschafft hat, zu verweben die Partei mit diesem Land, wenn die ... Tendenziell in diesem Land weniger Stimmen kriegt als beim letzten Mal, vielleicht sogar deutlich weniger, weniger Rathäuser oder Sitze erobert, dann heißt das natürlich was.
00:39:41: Und das ist auch der Anspruch dieser Partei.
00:39:44: Und auf der anderen Seite, wenn es dann große Gegner wie die Freien Wähler oder noch größere, wie der AfD gibt, die als Anspruch hat, wir wollen uns da immer mehr verankern, wir wollen da immer mehr Fuß fassen, dann heißt das natürlich auch was für dieses Land.
00:39:56: Und damit muss, das kann ich dann schon interpretieren, jenseits der einzelnen Stadt.
00:40:01: Die darf ich sicher nie überinterpretieren, aber diesen Schnitt oder wie es insgesamt auf, würde ich sagen, kann man dadurch aus auch Schlüsse daraus ziehen.
00:40:09: Das ist gerade angesprochen, die AfD.
00:40:11: Was für eine Leitlinie habt ihr da mit dem Umgang mit der Partei jetzt bei den Landtagswahlen und der Kommunalwahl?
00:40:17: Was berichtet ihr über die AfD?
00:40:19: Was ist eure Leitlinie?
00:40:20: Macht ihr einfach alles?
00:40:21: Ist sie in der Partei wie jeder andere?
00:40:22: Oder was ist, wie geht ihr daran?
00:40:25: Es ist für uns ganz einfach und gleichzeitig ganz schwierig.
00:40:29: Also es ist ganz einfach, weil sie für uns tatsächlich zunächst mal eine Partei wie jeder andere ist.
00:40:34: Das Grundprinzip der DPA ist, wir sind in Fakten verpflichtet.
00:40:37: Wir wollen den Menschen Informationen geben.
00:40:41: ich sage mal so ungefähr wie klares wasser.
00:40:43: und ob sie dann limo oder bier oder kaffee draus machen die menschen also ihre meinung die sie sich darin daraus bilden das was sie sozusagen für sich selbst daraus machen das müssen sie selbst wissen.
00:40:53: wir wollen erst mal die grundlegende information liefern weil wir glauben du brauchst erst mal sowas wie klares wasser klare information als grundlage und da ist für uns der anspruch dass wir jede partei zunächst mal gleich behandeln.
00:41:07: wir berichten was die sagen und wir prüfen was die sagen.
00:41:11: Das ist die Aufgabe.
00:41:13: Warum ist es gleichzeitig schwierig?
00:41:14: Natürlich stellen uns politische Player, die sich aus bestimmten Gründen, vielleicht am Rande des Zulässigen wir wegen aus unserer Sicht, was Verfassung angeht, was Menschenrechte, was Würde angeht, dass wir dort nochmal ganz besonders hinschauen.
00:41:30: Das ist ein Unterschied, ob jemand dazu eine Aussage macht oder über die Schuldenpolitik des Landes.
00:41:36: Es geht im einen Fall um Menschenwürde, im anderen Fall ein bisschen um Geld.
00:41:40: Und das sind Dinge, wo wir dann sicher nochmal genauer hinschauen.
00:41:43: Das würden und müssten wir aber genauso tun, wenn es linksextreme Menschen wären oder auch... Vermeintlich Politiker aus der Mitte, die solche Aussagen plötzlich machen, dann würden wir die auch besonders untersuchen nochmal und besonders auf den Prüfstand stellen.
00:41:57: Weiß nicht, was bei euch die Linie ist.
00:42:00: Bei uns ist, glaube ich, gibt es einen einzigen Unterschied.
00:42:02: Ich würde bei dem, was du sagst, voll und ganz mitgehen.
00:42:05: Der Unterschied ist der, dass wir natürlich, das macht DPA ja nicht, das Format der Einordnung, der Kommentierung.
00:42:14: sehr stark fokussieren, gerade bei, ich nenn's mal, schwierigen Parteien wie der AfD, die sich eben häufig am Rand des Spektrums nach meiner Wahrnehmung auch außerhalb dieses Randes im rechtsextremen Bereich bewegen.
00:42:26: Das sind wir schon sehr deutlich, indem wir den Finger heben und unseren LeserInnen eine Einordnungshilfe, nichts anderes ist ja ein Kommentar anbieten, wo der Verfasser eben mit einer Meinung aufwattet.
00:42:38: Das sind wir sehr, sehr deutlich, was mit der Haltung unseres Medienhauses eben zu tun hat, die glaube ich bei uns wesentlich mehr zum Tragen kommt als bei euch.
00:42:45: Das liegt an eurer Kundenvielfalt.
00:42:47: Ganz, ganz viele Medien mit ganz, ganz unterschiedlichen Positionierungen.
00:42:51: Wir sind jetzt nur ein Medium und wir haben eine klare Haltung, die sich wahrscheinlich jetzt von eurer gar nicht so sehr unterscheidet.
00:42:58: Wir tragen die bloß demonstrativer nach außen, so würde ich mal den Unterschied formulieren.
00:43:02: Genau,
00:43:02: dieses explizite Format des Kommentars.
00:43:05: Genau.
00:43:05: Das ist ja auch ein tolles Stück, dass es sowas gibt in Medien, dass erwarten Menschen ja auch, hey, Mach doch mal deinen Standpunkt klar, erklären wir mal, wie du die Welt siehst.
00:43:13: Dieses Format haben wir einfach bewusst nicht an der Stelle.
00:43:16: Das unterscheidet uns.
00:43:17: Genau,
00:43:17: aber ansonsten sind die, ist die herangehensweise sehr ähnlich.
00:43:21: Es wäre ja auch töricht, eine Partei, die mittlerweile laut Umfragen bundesweit auf ... ... auf ein Viertel Zustimmung zählen kann, zu ignorieren.
00:43:31: Ich glaub, die Positionierung eines Medienhauses, welches auch immer, oder eine Agentur, die würde an der Realität vorbeigehen.
00:43:38: Es gibt die AfD.
00:43:39: müssen, ob wir das wollen oder nicht, uns mit ihr beschäftigen.
00:43:42: Ich halte es ja auch für wichtig, diese Menschen zu erreichen, die zum Beispiel eine AfD oder auch eine Linksextreme Partei wählen.
00:43:47: Das ist
00:43:48: mir ganz, ganz wichtig.
00:43:50: Gerade wenn es sehr relevante Mengen an Menschen auch sind, für die arbeite ich genauso wie für andere Wähler und Wählerinnen und auch denen will ich Informationen bereitstellen.
00:43:59: Das ist uns sehr, sehr wichtig.
00:44:00: Was
00:44:01: mich noch interessiert, Lukas hat es kurz angeteasert, du bist ja auch der DPA-Chef in Baden-Württemberg, dort steht ja eines fest, dieses Land erhält bald einen neuen Ministerpräsidenten.
00:44:13: So viel ist klar, weil Kretschmann aufhört.
00:44:15: Ist es so, also nach der wirklich jetzt aus dem Fernen Bayern, nach meiner Wahrnehmung, ich bin alles andere als ein Experte für Stuttgarter Landespolitik, ist es gesetzt, dass es der CDU-Mensch wird oder ist es ein offenes Rennen?
00:44:27: Das ist eine ganz spannende Landtagswahl, weil ja dann noch vier andere Folgen in diesem Jahr.
00:44:31: Und jetzt die in Bad Württowis am achten März im Tag der Kommunalwahl eben auch hier in Bayern und dort die Landtagswahl.
00:44:38: Also was sicher ist, wie du sagst, ist, dass Kretschmann nach fast fünfzehn Jahren dann aufhört.
00:44:43: Das ist ja eine beeindruckende Zeit als einziger grüner Ministerpräsident und dann noch so lange.
00:44:49: Es ist so von den Umfragen und allem her, dass die CDU eine sehr, sehr großen Vorsprung hat, durchaus so bei dreißig Prozent oder Ähnlichem.
00:44:57: Es müssten jetzt dann bald wieder mal neuere Umfragen kommen.
00:45:00: Also das spricht zunächst mal für die Partei.
00:45:02: Also das ist das Problem, das die CDU hat.
00:45:05: Ihr Spitzenkandidat Manuel Hagel heißt der, ein sehr junger Spitzenkandidat, dort auch Fraktionschef, der diese CDU auch in diese Position gebracht hat, aber der ist im Land nicht so wahnsinnig bekannt.
00:45:17: Also er wäre sicher noch gerne noch bekannter und er hat ... umgekehrt einen Konkurrenten, der mit ihm um diesen Posten streitet.
00:45:25: Der sehr bekannt ist bei den Grünen, Cem Özdemir.
00:45:28: Wir kennen den noch sozusagen aus der Bundesregierung, Landwirtschaftsminister.
00:45:33: Und der wiederum ist in Baden-Württemberg sehr bekannt.
00:45:36: Der kommt da auch her, der kann auch mit den Leuten dort, der trägt das auch gut immer rum, im Dialekt dann eben entsprechend und so weiter.
00:45:43: Deswegen, wenn du die Menschen fragen würdest, oder das wird den Umfang ja auch gemacht, wenn sie den Ministerpräsidenten oder Präsidentin selbst wählen können.
00:45:50: Wen kennen sie dann mehr und so weiter?
00:45:51: Und kennen alle mehr den Cem Özdemir natürlich als den Manuel Hagel.
00:45:55: Aber die Partei der Grünen liegt zu ungefähr zehn Prozentpunkte hinter der CDU.
00:46:00: Also das spricht dann eher, weil man den ja nicht direkt wählen kann, dafür, dass es die CDU macht.
00:46:05: Aber es ist noch offen, ist noch ein gutes Stück hin.
00:46:08: Und wir wissen, dass Wahlen immer mehr kurz vor der Wahl entschieden werden.
00:46:12: Deswegen würde ich mich da noch nicht endgültig festlegen.
00:46:15: Aber es ist eines parallel zu Bayern.
00:46:17: Die SPD wird auch im Baden-Württemberg bei der Regierungsbildung keine allzu große Rolle spielen.
00:46:22: Also zumindest nicht beim Wahlergebnis.
00:46:24: Wenn es dann am Ende aus irgendeinem Grund wegen ein paar Prozent noch mal jemandem braucht, würde ich es jetzt nicht völlig ausschließen, aber die Lage ist sehr vergleichbar.
00:46:32: Das sind noch die FDP dort, sehr stark, weil das hier Heimatland sozusagen ist.
00:46:38: Und es war immer im Landtag.
00:46:40: Und wenn sie da rausfliegt, heißt das natürlich für sie auch was.
00:46:42: Aber gut, das ist dann eher so ein Seideffekt.
00:46:45: Ja.
00:46:47: Noch eine Abschlussfrage.
00:46:48: Michael, wünschst du dir eine Nachricht für ...
00:46:54: Ja, ich würde mal wünschen, dass aus den Landtagswahlen dies heuer gibt.
00:46:59: Das sind ja viele in Deutschland in unterschiedlichsten Regionen.
00:47:02: Am Ende die Nachricht rauskommt, dass die demokratische Mitte die mit Abstand steigste Kraft bleibt.
00:47:08: Und da meine ich wirklich die Addition dieser Parteien, die dieser Mitte angehören.
00:47:12: Das wäre für mich meine Wunschnachricht.
00:47:15: Neben dem Klub Aufstieg.
00:47:16: Genau, ich hab's mir aufgeschrieben.
00:47:18: Aufstieg FZN, da hab ich mir gedacht, das wirst du auf jeden Fall sagen, da muss ich mir was Zweiters raussuchen.
00:47:23: Ich hab mir gedacht, die Hörerinnen und Hörern, die ich schon öfter zugehört haben, wissen das ja, ich bin ja Türkei interessiert.
00:47:28: Ich hab mir gedacht, meine Traumnachricht für ... ... für ... den Istanbuler Bürgermeister.
00:47:39: Gut,
00:47:39: wir haben ja den Mann hier, der die Nachrichten schreiben lassen kann.
00:47:42: Ganz einfach, oder?
00:47:43: Leider nur die Nachrichten schreiben, aber nicht die Fakten.
00:47:46: Das
00:47:47: ist dein Wunsch für dieses Jahr.
00:47:50: Ich hatte jetzt ein bisschen Zeit, ja, zu überlegen, wenn wir geredet haben.
00:47:53: Ich würde sagen, wenn ich darf zwei Wünsche, einmal Frieden.
00:47:56: Also Frieden möglichst überall, aber vor allem für die Ukraine.
00:48:00: Und das zweite Reden, also miteinander reden, weil ich glaube, ein gutes Grundproblem dessen, warum es an so vielen Stellen und Ecken hakt, ist es einfach Menschen nicht miteinander reden, und zwar wirklich reden, jetzt nicht nur irgendwie in Social Media.
00:48:15: Ein Kabarettist hat mal gesagt, Frieden beginnt am Frühstückstisch und das meint, wir müssen einfach miteinander reden.
00:48:21: Vor Ort geht es sehr, sehr gut, deswegen ist ein Lokalmedium, finde ich, immer so wichtig.
00:48:25: Das wäre mein Wunsch, dass Menschen einfach miteinander mehr reden.
00:48:29: Tun wir in diesem Podcast.
00:48:33: Gut, dann danke ich dir sehr, dass du bei uns heute im Podcast warst.
00:48:38: Ich glaube, jeder Hörerinnen und Hörer wird anders über DPA Nachrichten nachdenken, wenn er sie jetzt
00:48:43: liest.
00:48:45: Und dann hören wir uns nächste Woche wieder.
00:48:49: Und gerne Feedback von den Zuschauerinnen und Zuschauerinnen und Hörern an lukas.schlapp.vmp.de.
00:48:57: Genau, wir machen dieses Jahr mit dem Podcast noch mal weiter.
00:49:00: Wir haben die Kommunalwahl als eines der Fokusthemen in diesem Podcast.
00:49:05: Und falls ihr da Ideen habt, schreibt einfach gerne.
00:49:08: Danke, dass du da warst.
00:49:09: Hat mir Freude gemacht.
00:49:10: Danke schön.
00:49:11: Ciao.
00:49:13: Mehr von uns gibt's auf nordbayern.de und nn.de.
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